FOPI.flash September 2026

In dieser Ausgabe

© Magnific

Editorial

Zuhören, Diskutieren und gemeinsam Weiterentwickeln

2025 entfielen 35 Prozent der neu zugelassenen Medikamente auf Krebstherapien. Die Zahl unterstreicht die große Bedeutung der Onkologie – und den Bedarf an Forschung für innovative Arzneimittel. Parallel zur Entwicklung innovativer Therapien braucht es aber auch das medizinische Umfeld, um die Versorgungsqualität sicherzustellen.

 Als forschende Pharmaindustrie wollen wir dazu beitragen, die onkologische Versorgung weiterzuentwickeln. Dafür braucht es den Austausch zwischen allen Beteiligten. So wollen wir aktiv dazu beitragen, den Zugang von Patient:innen zu innovativen Therapien zu beschleunigen und die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die nächste Generation der Onkologie-Fachärzt:innen. Denn sie werden die Versorgungsstrukturen der Zukunft prägen. Wir wollten daher wissen, wie diese Expert:innen denken, was sie bewegt und wo sie Defizite bzw. Potenziale sehen.

Das Ergebnis dieses spannenden Formats lesen Sie gleich im ersten Artikel.

Ute Van Goethem, Sara Leitão, George Tousimis, Astrid Jankowitsch und Daniela Habith
Präsidium des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI)




© accelent

Insights

Zukunft gestalten – Perspektiven für die nächste Generation der Onkolog:innen

Welche Unterstützung brauchen Ärzt:innen in Ausbildung sowie Jung-Fachärzt:innen mit onkologischem Fokus kurz- und mittelfristig, um eine Spitzenversorgung auf wissenschaftlichem und klinischem Niveau zu gewährleisten und die Onkologie als attraktiven sowie sinnstiftenden Arbeitsbereich zu erhalten? Dieser Frage widmeten sich Onkolog:innen der Next Generation in einem Workshop der FOPI Oncology Platform unter der Mentorenschaft von Christoph Grimm, Irina Tsibulak und Arschang Valipour im Mai. Mit durchaus spannenden Erkenntnissen.

„Ziel der Initiative war es, im Dialog und in interaktiven Workshops zentrale Themenfelder zu erarbeiten, um Antworten auf die Herausforderungen des österreichischen Gesundheitssystems wie auch des internationalen wissenschaftlichen Ökosystems zu finden“, erklärt Andrea Maier, Medical Director bei Roche Austria und eine der Leiter:innen der FOPI Oncology Platform. „Die nächste Generation der Onkolog:innen hat dazu sehr klare Positionen – und die wollten wir zu zukunftsweisenden Erkenntnissen verdichten.“

Fünf zentrale Handlungsfelder

Der Austausch im Rahmen der Workshops, die von Matthias Strolz inspiriert und moderiert wurden, liefert ein eindrucksvolles Bild: Die nächste Generation der Onkolog:innen zeichnet sich durch eine außerordentlich hohe intrinsische Motivation, fachliche Begeisterung und den klaren Wunsch aus, die Versorgung von Patient:innen auf höchstem Niveau aktiv mitzugestalten.

„Damit dieses Potenzial im modernen Klinik- und Forschungsalltag voll zur Entfaltung kommen kann, braucht es aber zukunftsfähige Rahmenbedingungen“, so Maier. „Die haben wir in den interaktiven Sessions adressiert, wobei sich fünf zentrale Handlungsfelder ergeben haben.“

Modernisierung der Arbeitskultur & nachhaltige Vereinbarkeit

Bisherige Klinikstrukturen stoßen bei der Vereinbarkeit von Familie, Klinik und Forschung an ihre Grenzen. Teilzeitmodelle werden von jungen Ärzt:innen häufig als Schutzschirm genutzt, führen in der Praxis aber dennoch oft zu Vollzeitbelastungen. Gleichzeitig besteht der Wunsch, starre Präsenzkulturen aufzubrechen.

Die Perspektiven & Lösungsansätze:

  • Kulturwandel gestalten: Etablierung einer gesundheitsfördernden Führungskultur, die das Setzen von Grenzen respektiert und flexible Lebensmodelle chancengleich fördert.
  • Zeitgemäße Flexibilität: Konsequente Nutzung digitaler Möglichkeiten (z. B. Homeoffice für administrative Tätigkeiten und Forschungsaufgaben) sowie Einführung modularer Arbeitszeit- und Gleitzeitmodelle.
  • Vorausschauende Personalplanung: Einberechnung struktureller Puffer für Betreuungspflichten, Karenzen und Forschungszeiten in die Stellenpläne.

Gezielte Stärkung der klinischen Forschung & Infrastruktur

Der Wunsch, wissenschaftlich tätig zu sein und eigene Studien (IITs) umzusetzen, ist groß. In der Realität erfolgt Forschung jedoch meist als unbezahlter Zusatzaufwand in der Freizeit, da vertragliche Forschungszeiten im Klinikbetrieb aufgebraucht werden und administrative Hürden hoch sind.

Die Perspektiven & Lösungsansätze:

  • Echt geschützte Forschungszeit: Einführung verbindlicher, strukturierter Modelle für Forschungszeiten (Dedicated Research Time) mit verlässlicher Vertretung im Dienstplan.
  • Entlastung durch Infrastruktur: Aufbau und Finanzierung professioneller Forschungsstrukturen (z. B. Study Nurses, Data Scientists) zur Befreiung der Ärzt:innen von manueller Datenerfassung.
  • Zentralisierung & Mentoring: Einrichtung zentraler Servicestellen (z. B. Single Entry Points für Ethik und Verträge) zur Entbürokratisierung sowie Schaffung transparenter Entfaltungsmöglichkeiten für junge Forscher:innen (z. B. als Principal Investigators).

Neuausrichtung der Fortbildung: Fokus auf Praxisnähe & Grundlagen

Nach der Pandemie trifft eine Flut an digitalen Formaten und komplexen Studiendaten auf eine verständliche digitale Ermüdung im Alltag. Was Nachwuchsärzt:innen im klinischen Alltagsgeschäft am stärksten fehlt, ist die strukturierte Vermittlung von Basiswissen (z. B. Supportivtherapie, Dosisanpassungen, Nebenwirkungsmanagement) sowie leistbare Hands-on-Kurse.

Die Perspektiven & Lösungsansätze:

  • Wertschätzender Wissenstransfer: Ausbau interner Mentoring-Konzepte, um das Expertenwissen erfahrener Kolleg:innen strukturiert an den Nachwuchs weiterzugeben.
  • Interaktive Präsenzformate: Bevorzugung von kleinteiligen, persönlichen Austauschformaten (z. B. interdisziplinäre Roundtables) vor reinen Wissens-Webinaren.
  • „Back-to-Basics“-Fokus: Ausrichtung von Fortbildungsinhalten auf praxistaugliche Grundlagen und Alltagskompetenzen.
  • Förderung praktischer Skills: Bereitstellung von Stipendien und gezielter finanzieller Unterstützung für kostenintensive, praxisnahe Schulungen.

Die Pharmaindustrie als neutraler Vernetzer & Wegbereiter

Die Zusammenarbeit mit der Pharmaindustrie ist Herausforderung und Chance zugleich. Unangemeldete Besuche im dichten Klinikalltag und rein produktbezogene Anfragen werden als Belastung empfunden und erzeugen unerwünschten Druck. Die Onkolog:innen sehen aber durchaus Potenzial.

Die Perspektiven & Lösungsansätze:

  • Agnostische Netzwerkkatalysatoren: Die Industrie kann einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie als neutraler Vermittler auftritt, Nachwuchsforscher:innen standortübergreifend vernetzt und Kooperationen zur Bündelung von Patientenzahlen ermöglicht.
  • Bündelung über Fachgesellschaften: Die Kommunikation von Bildungsangeboten und Förderungen sollte primär gebündelt, transparent und in Kooperation mit medizinischen Fachgesellschaften erfolgen.
  • Smarte Alltagshilfen & Grants: Unterstützung durch die Bereitstellung praxisrelevanter digitaler Tools (z. B. Leitlinien- oder Dosierungs-Apps) sowie unbürokratische Klein-Grants für Forschungsprojekte und Publikationen.

Gesundheits- und entlastungspolitische Rahmenbedingungen

Das Fehlen einer effizienten Steuerung von Patientenströmen führt dazu, dass Spezial- und Universitätsambulanzen mit Fällen überlastet werden, die primärversorgend behandelt werden könnten.

Die Perspektiven & Lösungsansätze:

  • Strukturierte Patientensteuerung: Etablierung verbindlicher Triage-Systeme an den Zugängen von Schwerpunktambulanzen, um ärztliche Ressourcen gezielt für schwerstkranke Patient:innen und komplexe Krebstherapien freizuhalten.

Noch tieferen Einblick in die Diskussion bietet der ausführliche Ergebnisbericht auf der Website des FOPI.





© Dachverband der österreichischen Sozialversicherung

Zahlen

Die 600-Millionen-Lücke im Heilmittelreport

Fast alle Innovationen erreichen den EKO nur noch mit Preismodell: Der Anteil der Neuaufnahmen mit Preismodell stieg von 66 % (Kohorte 2015–2018) auf 96 % (Kohorte 2021–2024) laut „Time 2 Patient“-Datenbank von FOPI und PHARMIG. Diese Modelle sind vertraulich – ohne sie gäbe es für viele Innovationen gar keinen Zugang in Österreich.

Dahinter stehen erhebliche Rückzahlungen der Hersteller: zuletzt knapp 600 Mio. Euro jährlich. Durch die Rückzahlungen liegt der reale Preis so gut wie immer unter dem gesetzlich vorgesehenen Höchstpreis (EU-Durchschnittspreis). Der Heilmittelreport 2026 der Sozialversicherung lässt dies unter den Tisch fallen: Er weist 4,9 Mrd. Euro Bruttokosten aus und beschreibt die Preisbildung nur als Fabriksabgabepreis plus Großhandels- und Apothekenspannen. So werden die tatsächlichen Ausgaben höher dargestellt, als sie sind. Mehr dazu auch in der Stellungnahme des FOPI.





© MERCK/ Martin Hörmandinger

Interview mit Chris Neff

Klinische Forschung stärkt den Gesundheits- und Forschungsstandort

“Nur gemeinsam und in vielfältigen, starken Partnerschaften entsteht wirklicher Fortschritt. Daher suchen wir die enge Zusammenarbeit mit klinischer Praxis und Wissenschaft“, beschreibt Chris Neff, Managing Director Merck Austria, seine inhaltliche Schwerpunktsetzung. Weiters erläutert er im Interview mit dem FOPI.flash, warum er besonders den Austausch zwischen der innovativen pharmazeutischen Industrie und Onkolog:innen der Next Generation für wertvoll und inspirierend hält.

Sie sind seit Kurzem Managing Director von Merck Austria und haben den Ausbau von Forschungspartnerschaften als einen Ihrer Schwerpunkte genannt. Was bedeutet das konkret?

Forschung ist schon seit 358 Jahren ein wichtiger Teil der DNA von Merck. Gleichzeitig wissen wir: Wirklicher Fortschritt entsteht nur gemeinsam – mit starken und vielfältigen Partnern im Gesundheitswesen.

Konkret bedeutet das für mich zunächst, die enge Zusammenarbeit mit den Spitälern in Österreich bei klinischen Studien weiter zu stärken. Klinische Forschung schafft nicht nur wichtige Evidenz, sondern bringt auch Patient:innen, Ärzt:innen und Forschende zusammen und stärkt so den Gesundheits- und Forschungsstandort.

Ein weiterer wichtiger Bereich sind gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen, wie wir sie etwa mit dem Institute of Molecular Biotechnology Austria veranstalten. Der Austausch zwischen Wissenschaft, klinischer Praxis und Industrie hilft dabei, neue Erkenntnisse rascher in die Versorgung zu bringen.

Diese Partnerschaften stärken Österreich als Wissenschafts- und Innovationsstandort und haben letztlich ein klares Ziel – das Leben der Menschen in Österreich sowie darüber hinaus zu verbessern.

Welche weiteren Initiativen möchten Sie vorrangig vorantreiben?

Aktuell liegt unser besonderer Fokus bei seltenen Erkrankungen, und dass innovative Therapien auch tatsächlich bei den Patient:innen in Österreich ankommen. Dafür braucht es zwei Dinge: Zum einen müssen die behandelnden Ärzt:innen bestmöglich über neue Therapieoptionen informiert sein. Zum anderen müssen wir mehr Bewusstsein für seltene Erkrankungen schaffen. Denn je besser diese erkannt und verstanden werden, desto eher können Betroffene die für sie passende Behandlung erhalten.

Darüber hinaus haben wir ein breites Portfolio – von der Neuro- und Onkologie über Wachstums- und Fruchtbarkeitshormone bis hin zur Allgemeinmedizin. Ich will mit meinem Team noch einmal frisch auf unsere Möglichkeiten schauen: Wo können wir Synergien besser nutzen und unsere Expertise noch stärker zum Vorteil der Patient:innen einbringen?

Und ich möchte mich auch auf Verbands- und gesundheitspolitischer Ebene aktiv einbringen. Der rasche, breite Zugang zu innovativen Therapien, die Stärkung des Life-Science-Standorts Österreich und die Versorgungssicherheit der Patient:innen liegen mir besonders am Herzen. Mein Anspruch ist es, gemeinsam mit unseren Partnern konkrete Fortschritte zu erreichen – für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem und eine gute Versorgung in Österreich.

Ihr Blick auf Österreich ist noch frisch: Was funktioniert am heimischen Gesundheits- und Pharmastandort besser als erwartet – und wo haben Sie sich gedacht: Das könnte eigentlich anders laufen?

Im europäischen Vergleich steht Österreich gut da. Im Spitalsbereich haben Patient:innen guten Zugang zu innovativen Therapien, schneller als in vielen anderen Ländern weltweit. Dazu kommen starke Forschungseinrichtungen und ausgezeichnete Universitätskliniken, die Spitzenmedizin anbieten und über Jahrzehnte gewachsen sind.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie wir dieses hohe Niveau auch langfristig sichern können. Das Gesundheitssystem muss nachhaltiger und effizienter werden. Ein wichtiger Hebel kann hier etwa die stärkere Nutzung von Digitalisierung und KI sein.

Darüber hinaus sollten wir Vorsorge und Prävention noch stärker ausbauen. Wenn Erkrankungen früher erkannt oder überhaupt verhindert werden können, schafft das mittel- und langfristig nicht nur bessere Ergebnisse, sondern auch finanzielle Spielräume.

So können wir sicherstellen, dass Österreich auch in Zukunft von seiner Spitzenmedizin und vom Zugang zu innovativen Therapien profitiert. Entscheidend wird sein, die bestehenden Stärken zu bewahren und gleichzeitig mutig in effizientere, stärker vernetzte und präventiv ausgerichtete Strukturen zu investieren.

Die letzten fünf Jahre waren Sie für den Onkologie-Bereich in Deutschland verantwortlich. Welche Ergebnisse des FOPI-Workshops für die Next Generation an Onkolog:innen (siehe Beitrag oben) können Sie aus eigener Erfahrung bestätigen?

Die Ergebnisse des Workshops kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, gerade das große Interesse junger Onkolog:innen an Forschung. Zugleich stellt sich die Frage, wie sich dieses Engagement mit klinischem Alltag und persönlichen Lebensphasen wie der Familienplanung vereinbaren lässt. Forschung darf nicht dauerhaft als Hobby in der Freizeit stattfinden. Wir können hier Erfahrungen und Best Practices aus unseren Unternehmen einbringen – etwa zu flexiblen Arbeitsmodellen, digitaler Zusammenarbeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Auch der Wunsch nach praxisnaher Fortbildung wurde deutlich: Die nächste Generation möchte nicht nur Studiendaten kennen, sondern patientenorientiert handeln können. Dazu gehören Kommunikation, Psycho-Onkologie und ein interdisziplinärer Blick – von der Pathologie über die klinische Praxis bis zur KI. Fortbildung muss dieser Entwicklung Rechnung tragen.

Wir sind willkommener Partner und müssen als Vernetzer und Wegbereiter Kooperation erleichtern, Fortbildung unterstützten und den Austausch fördern. So können wir dazu beitragen, dass die Onkologie wissenschaftlich stark, klinisch exzellent und als Arbeitsbereich attraktiv bleibt!

Über Merck

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, ist in den Bereichen Life Science, Healthcare und Electronics tätig. Mehr als 62.000 Mitarbeitende arbeiten daran, im Leben von Millionen von Menschen täglich einen entscheidenden Unterschied für eine lebenswertere Zukunft zu machen: Von Produkten und Services zur schnelleren Entwicklung und Herstellung von Medikamenten über die Entdeckung einzigartiger Wege zur Behandlung von Krankheiten bis zur Bereitstellung von Anwendungen für intelligente Geräte – Merck ist überall. 2025 erwirtschaftete Merck in 65 Ländern einen Umsatz von 21,1 Milliarden Euro.

Wissenschaftliche Forschung und verantwortungsvolles Unternehmertum sind für den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt von Merck entscheidend. Dieser Grundsatz gilt seit der Gründung 1668. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümer des börsennotierten Konzerns.





© accelent / Theo Hertenberger

Podcast

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) – wie Innovation Familien viel Leid ersparen kann

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist für Säuglinge eine oft unterschätzte Gefahr, da sind sich Ärzt:innen und Hebammen einig. Lange Krankenhausaufenthalte und intensivmedizinische Behandlungen stellen für erkrankte Säuglinge und Kleinkinder, ihre Eltern sowie das Gesundheitssystem eine erhebliche Belastung dar.

Eine innovative passive Immunisierung kann Familien die traumatische Erfahrung einer schweren RSV-Erkrankung ersparen. Wie sie funktioniert, welches Potenzial sie hat, Leid zu reduzieren, und was Österreich von anderen Ländern lernen kann – darüber spricht Moderatorin Martina Rupp in der 48. Folge von „Am Mikro|skop“ mit Univ. FÄ DDr.in Anna Scheuchenegger, Fachärztin an der Neonatologie auf der MedUni Graz und am LKH Univ.-Klinikum Graz und Hebamme Christina Kulle, BSc, Leiterin der Landesgeschäftsstelle Kärnten des Österreichischen Hebammengremiums.

Weitere Informationen zu RSV finden Sie hier: RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) | Impfen schützt einfach.

Diese und alle anderen Episoden des Podcasts finden Sie hier: https://h132217.easyname.systems/podcast/




© accelent / Theo Hertenberger

Blog

RSV bei Säuglingen: Warum Prävention weit über den Schutz des einzelnen Kindes hinausgeht

Für viele Erwachsene bedeutet eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) nicht viel mehr als Schnupfen und Husten. Bei einem wenige Wochen oder Monate alten Baby kann sie jedoch ganz anders verlaufen. Kinderärztin Univ. FÄ DDr.in Anna Scheuchenegger, Fachärztin an der Neonatologie auf der MedUni Graz und am LKH Univ.-Klinikum Graz, erläutert in ihrem FOPI.Blogartikel was eine schwere RSV-Erkrankung für Kinder, ihre Familien und das Gesundheitssystem bedeutet – und welchen Unterschied Prävention heute machen kann.

„Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind sehr junge Säuglinge, ehemalige Frühgeborene und Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen. RSV betrifft jedoch keineswegs ausschließlich Risikokinder: Rund 70 Prozent der wegen RSV hospitalisierten Kinder sind gesund und reif geboren“, schildert sie und verweist auch auf das in der RSV-Saison stark beanspruchte Gesundheitssystem. In Österreich wird von rund 54.600 RSV-Infektionen bei Kindern in den ersten Lebensjahren und mehr als 1.100 Krankenhausaufenthalten pro Jahr ausgegangen. Die Erkrankungen fallen in jene Monate, in denen Kinderstationen und Ambulanzen durch andere Atemwegsinfektionen ohnehin stark ausgelastet sind. Die seit 2025 kostenlos im Rahmen des Kinderimpfkonzepts zur Verfügung stehende passive Immunisierung kann Kinder schützen. mehr

Bleiben Sie informiert:
Abonnieren Sie unseren Podcast „Am Mikro|skop“: Spotify | Apple Podcasts
Folgen Sie uns auf LinkedIn.