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Blog - Aktuelle Neuigkeiten
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FOPI zu Heilmittelreport: Konstruktiver Dialog braucht valide Fakten

20. Juli 2026/in Allgemein, Gesundheitssystem der Zukunft, Zugang zu Innovation

„Kritische Auseinandersetzung mit steigenden Ausgaben im Gesundheitsbereich ist sinnvoll und ganz in unserem Sinne“, sagt MMag. Astrid Jankowitsch, Generalsekretärin des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI). „Aber der Diskurs muss auf validen Daten beruhen.“

In der aktuell laufenden Diskussion rund um die Veröffentlichung des Heilmittelreports des Dachverbands würden, so Jankowitsch, essenzielle Aspekte nicht berücksichtigt oder irreführend dargestellt werden. „Im Sinne eines konstruktiven Dialogs ist es uns daher wichtig, diese Punkte klarzustellen und wesentliche Fakten nachzuliefern.“

So umfassen die im Heilmittelreport ausgewiesenen Heilmittelausgaben von 4,96 Mrd. € nicht nur Arzneimittel, sondern auch Zahlungen für magistrale Zubereitungen sowie Großhandels- und Apothekenspannen. Zudem bleiben Rückzahlungen der pharmazeutischen Industrie über sogenannte Preismodelle in Höhe von knapp 600 Mio. € unberücksichtigt. Berücksichtigt man diese Faktoren, reduzieren sich die tatsächlichen Ausgaben für Arzneimittel der Industrie auf rund 3,4 Mrd. €.

Bei Zugang zu Innovationen nur im Mittelfeld

Auch die Angaben zur Verfügbarkeit neu zugelassener Arzneimittel rückt die FOPI-Generalsekretärin in ein anderes Licht: Österreich rangiert hier keineswegs unter den führenden Ländern Europas. Die vom unabhängigen Consulting-Unternehmen KWPC erstellte Analyse “Time to Patients“ zeigt nachweislich, dass Patient:innen in Österreich 438 Tage auf innovative Medikamente – von der Zulassung bis zur Aufnahme in den EKO – warten müssen (Neuzulassungen 2021 bis 2024). Zudem gelangen nur 53 Prozent der prinzipiell geeigneten, neuen Arzneimittel in die Regelversorgung. Und satte 93 Prozent der neu aufgenommenen Medikamente unterliegen einem Preismodell, was die hohen Rückzahlungen von knapp 600 Mio. € erklärt. „Die Argumente im Heilmittelreport basieren bedauerlicherweise auf der unbereinigten Version des EFPIA WAIT Indicator, wodurch ein falscher Eindruck entsteht“, meint Astrid Jankowitsch.

Globale Verwerfungen verlangen anderen Fokus

„Abgesehen davon, dass die Auseinandersetzung derzeit auf Basis verzerrter Bilder geführt wird, verlieren wir auch den Blick fürs große Ganze“, unterstreicht die Vertreterin der forschenden Pharmaunternehmen. „Vor dem Hintergrund globaler Verwerfungen muss es vielmehr darum gehen, den Zugang zu innovativen Arzneimitteln im Interesse der österreichischen Bevölkerung und der Volksgesundheit nachhaltig abzusichern.“ Österreich verfügt über exzellente Forschungseinrichtungen, starke medizinische Zentren und eine hervorragende Ausgangsbasis, um auch künftig zu den führenden Ländern beim Zugang zu medizinischer Innovation zu zählen. Durch die gezielte Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen kann diese Position nachhaltig gestärkt und ausgebaut werden. „Aber dazu müssen wir uns bekennen, und um das zu erreichen, müssen wir handeln. Europa und Österreich stehen jetzt vor dieser Entscheidung – und wir sollten sie auch treffen.“

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