FOPI.flash März 2026

In dieser Ausgabe

© Freepik

Editorial

Unruhe verlangt nach Ruhe und Strategie

Die vielfältigen weltpolitischen Krisen gehen auch am Gesundheitssektor nicht spurlos vorüber. Für Entscheidungsträger:innen steht dabei zunehmend die Frage im Mittelpunkt, wie die Versorgungssicherheit österreichischer Patient:innen auch unter veränderten Rahmenbedingungen gewährleistet werden kann. Gleichzeitig wächst der Anspruch, die bereits vor einiger Zeit angestoßenen Reformen im Gesundheitswesen entschlossen weiterzuführen.

Doch so berechtigt die Dringlichkeit ist, so entscheidend ist die Nachhaltigkeit der Maßnahmen. Gerade angesichts der volatilen Lage braucht es eine klare, gut durchdachte Strategie für den Life-Science-Standort Österreich.

Die für die forschende Pharmaindustrie zentralen Punkte haben wir in einem fokussierten Positionspapier zusammengefasst. Es stellt für uns die Grundlage für intensive Gespräche mit allen Partner:innen im Gesundheitssystem dar, die wir in den nächsten Wochen vorantreiben werden. Denn diese Mammutaufgabe kann nur im Schulterschluss bewältigt werden.

Auch im FOPI-Präsidium haben wir uns dafür weiter verstärkt: Mit Sara Leitão als Vizepräsidentin konnten wir eine engagierte Netzwerkerin gewinnen, die unsere Schlagkraft untermauert.

Ute Van Goethem, Sara Leitão, George Tousimis, Astrid Jankowitsch und Daniela Habith
Präsidium des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI)




© AbbVie

Interview

Wir müssen ins Tun kommen

Mit der AbbVie-Managerin Ute Van Goethem hat das FOPI seit 25. Februar 2026 eine neue Präsidentin. Wo sie neue Akzente setzen will und was es für eine nachhaltige Veränderung des Gesundheitssystems braucht, verrät sie in ihrem ersten Interview für FOPI.flash.

Im Februar wurden Sie zur FOPI-Präsidentin gewählt, nachdem Sie sich schon seit einem Jahr als Vize-Präsidentin engagiert hatten. In aller Kürze – was zeichnet das FOPI für Sie aus?

Das FOPI bündelt die Speerspitze pharmazeutischer Innovationskraft. Es ist die Interessensvertretung der forschenden Industrie in Österreich. Denn Fakt ist, dass nur durch Forschung pharmazeutische Neuerungen entstehen, die Ärzt:innen und Menschen mit Erkrankungen helfen, mehr Lebensqualität durch eine moderne Therapie zu erhalten. Unsere Industrie bringt sehr gute Produkte hervor, und sie hat eine hohe Wirtschaftsleistung.

Welche eingeschlagenen Wege wollen Sie fortsetzen? Und wo wollen Sie neue Akzente setzen?

Es ist besonders schön zu sehen, mit wie viel leidenschaftlichem Engagement sich Menschen aus den Mitgliedsunternehmen – zusätzlich zu ihrem Brotberuf – in den Arbeitsgruppen des FOPI einbringen und sich unentgeltlich für gute Rahmenbedingungen einsetzen sowie unermüdlich den Dialog mit Stakeholdern führen. Dafür müssen wir sicherstellen, dass unsere klaren Anliegen im Sinne von „viele Stimmen – eine klare Botschaft“ ankommen. Wir müssen dranbleiben, um den Dialog mit den Entscheidungsträger:innen klar, konstruktiv und lösungsorientiert zu führen. Denn ein modernes Gesundheitssystem braucht pharmazeutische Innovation und politische Rahmenbedingungen, die das ermöglichen. Es geht darum, dass Menschen in Österreich bei Erkrankungen mit dem Standard-of-Care behandelt werden – heute und auch morgen.

Sie haben die Life-Science-Strategie als wichtige Weichenstellung angesprochen und ein Positionspapier dazu veröffentlicht. Wenn Sie drei der genannten Punkte herausgreifen müssten, die unbedingt umgesetzt werden sollten, welche wären das?

Österreich steht im globalen Wettbewerb um Forschung und Innovation zunehmend unter Druck. Europa und Österreich müssen sich entscheiden, welchen Stellenwert sie für Innovation im Gesundheitssystem vorsehen. Ein modernes Gesundheitssystem kommt jedoch ohne pharmazeutische Innovation nicht aus, und dafür braucht es politische Rahmenbedingungen. Aus meiner Sicht müssen somit folgende Punkte umgesetzt werden, wenn Österreich wettbewerbsfähig bleiben möchte:

Erstens: Forschung sollte gestärkt werden. Klinische Forschung muss in Österreich ein bestmögliches Umfeld finden. Wir brauchen die Innovation.

Zweitens: Wir benötigen raschen Zugang zu innovativen Arzneimitteln, damit Medikamente auch tatsächlich bei den Menschen, die sie benötigen, ankommen. Nutzen entsteht nicht durch die Forschung bzw. Erfindung, sondern durch die Anwendung. Dazu braucht es eine Willkommenskultur von der Erforschung bis zum Marktzugang, um Österreich als attraktiven Standort zu halten.

Drittens: Die Bereiche Erstattung und Preisgestaltung fordern die gesamte Industrie immer mehr. Es wäre ein wichtiges Zeichen, wenn Entscheidungsträger:innen innovative Arzneimittel als Investition in die Zukunft und nicht nur als Kostenfaktor sehen würden. Österreich hat hier wirklich etwas zu verlieren, sollten Unternehmen aufgrund unattraktiver Bedingungen ihre Produkte nicht oder stark verzögert auf den Markt bringen oder sogar ihre Standorte nicht mehr halten können.

Was sind die größten Herausforderungen in der Umsetzung?

Die Life-Science-Strategie der österreichischen Regierung ist ein wichtiger Schritt, um Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs im europäischen Gesundheitssektor zu stärken. Bislang ist diese Life-Science-Strategie eine politische Absichtserklärung. Das ist ein erster wichtiger Schritt. Jetzt wird es wichtig sein, in diesem Bereich „ins Tun zu kommen“. Als Interessensvertretung müssen wir dafür sorgen, dass allen involvierten Entscheidungsträger:innen klar vor Augen geführt wird, dass eine moderne Gesundheitsversorgung nur mit pharmazeutischer Innovation möglich ist und dass der Wert, den Innovation für Patient:innen, Ärzt:innen, das System und die Gesellschaft bringt, auch anerkannt werden muss.

Zur Person

Sie haben Wirtschaft an der Universität Innsbruck studiert. Welche Karriere ist Ihnen damals vorgeschwebt? Und haben sich Ihre Wünsche erfüllt?

Schon zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn stand für mich fest, dass ich mich aktiv in Themen einbringen und diese mitgestalten möchte. Dass ich einmal in meinem Heimatland die Niederlassung eines der innovativsten, globalen Pharmaunternehmen leiten darf, überstieg als Universitätsabsolventin meine Wünsche an meinen beruflichen Werdegang. Die Interessensvertretung FOPI mit dem super aufgestellten Präsidium aktiv mitzugestalten, ist eine einzigartige Möglichkeit, die mich sehr freut.

Was würden Sie auf Ihrem beruflichen Weg, der im Wesentlichen durch die internationale Pharmaindustrie geprägt wurde, heute anders machen?

Ich würde heute offener für Neues bzw. Unbekanntes sein und mutiger Teile meines Weges gehen. Denn wenn man ehrlich ist, werden Grenzen oft durch das eigene Denken festgelegt. Durch Mut entstehen neue Möglichkeiten. Mut für Neues und Offenheit möchte ich auch meiner achtjährigen Tochter mitgeben.

Sie sind nach einigen Jahren im Ausland wieder zurück in Österreich. Was haben Sie am meisten vermisst?

Durch meine Jahre im Ausland konnte ich viele wertvolle Kontakte knüpfen. Zudem habe ich begonnen, mein Heimatland mit anderen Augen zu sehen, und mir wurde noch mehr bewusst, was für eine hohe Lebensqualität wir in Österreich haben und auch wie viele Stärken unser Gesundheitssystem hat. Nun wieder mehr Zeit mit meinen Eltern und Freunden zu haben, freut mich natürlich besonders.

Ute Van Goethem im O-Ton

Wofür steht das FOPI? Was sind die zentralen Anliegen für FOPI-Präsidentin Ute Van Goethem? Und wie können diese Ziele erreicht werden?

Alle Antworten zu den Themen Life-Science-Standort Österreich, Vielfalt von und Zugang zu innovativen Medikamenten, Austausch zwischen allen Stakeholdern im Gesundheitswesen im Video! 




© accelent/Theo Hertenberger

Life-Science-Strategie

Vier Handlungsfelder für einen starken Standort  

Österreich steht im globalen Wettbewerb um Forschung und Innovation zunehmend unter Druck: Während in den USA und China innovative Therapien als strategische Zukunftsressourcen anerkannt und ihre Investitionen massiv ausgebaut werden, droht Europa weiter zurückzufallen. Ohne ein innovationsfreundliches Umfeld riskiert Österreich, klinische Studien, Forschung und Markteinführungen zu verlieren – mit Auswirkungen auf Patient:innenversorgung, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit. Um hier gegenzusteuern, ist eine effektive Life-Science- und Pharma-Strategie unverzichtbar. Das FOPI sieht vorrangig vier Handlungsfelder, die adressiert werden müssen:

  • Markt- und Versorgungszugang beschleunigen
  • Klinische Forschung stärken
  • Angewandte Forschung, Entwicklung und Produktion sichern
  • Gesundheitsdaten sinnvoll und sicher nutzen

Welche Impulse in diesen Bereichen zielführend wären, ist in diesem Positionspapier nachzulesen!




© Martin Hörmandinger

Interna

Sara Leitão komplettiert als neue Vizepräsidentin die FOPI-Führungsspitze  

Bei der ordentlichen Generalversammlung im März wurde Sara Leitão, Managing Director bei Johnson & Johnson Innovative Medicine Austria in Wien, zur Vizepräsidentin des FOPI gewählt. Sie komplettiert damit die Verbandsführung rund um Präsidentin Ute Van Goethem, Vizepräsident George Tousimis, Generalsekretärin Astrid Jankowitsch und Vize-Generalsekretärin Daniela Habith.

„Mit diesem – stark weiblich akzentuierten – Team setzen wir nicht nur ein kräftiges Signal der Modernität und Diversität“, zeigt sich Ute Van Goethem überzeugt. „Wir haben damit auch die Schlagkraft verstärkt, die für das Vorantreiben unserer Ziele nötig ist.“

„Als Vizepräsidentin möchte ich dazu beitragen, Österreich zu einem der dynamischsten und sichtbarsten Life‑Science‑Standorte der Welt zu machen“, betont die gebürtige Portugiesin Sara Leitão. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass Patientinnen und Patienten rasch Zugang zu bahnbrechenden Therapien erhalten, dass Österreich seine starke Rolle in der klinischen Forschung weiter ausbaut und dass unser Gesundheitssystem Innovation nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition in Wohlstand, Lebensqualität und Zukunftssicherheit versteht.“

Dafür wolle sie bürokratische Hürden abbauen, behördliche Verfahren und Erstattungsprozesse effizienter und digitaler gestalten sowie Brücken schlagen, zwischen Wissenschaft, Industrie, Politik und der Patient:innen-Community.

„Außerdem ist mir wichtig, dass Österreich rasch eine starke, zukunftsgerichtete Life‑Science‑Strategie erhält: eine Strategie, die die pharmazeutische Industrie als Motor für wirtschaftliches Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Resilienz klar anerkennt“, so Leitão.

Sara Leitão ist seit dem Jahr 2008 in verschiedensten Positionen für Johnson & Johnson tätig. Nach Abschluss ihres Studiums der Veterinärmedizin hat sie in unterschiedlichen Funktionen und Ländern in den Bereichen Medical & Commercial für Fokusgebiete wie etwa Hämatologie, Onkologie, Neurowissenschaften, Immunologie, Infektionskrankheiten und pulmonale Hypertonie gearbeitet – ausgehend von ihrem Heimatland Portugal über UK, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Qatar, Bahrain, Oman, Ostafrika, bis hin zu ihrer letzten Position als Commercial Director in Schweden und Island mit Sitz in Stockholm. Seit März 2025 ist sie Managing Director bei Johnson & Johnson Innovative Medicine Austria in Wien.




© Freepik

Fakt des Monats

EKO-Medikamente – wie zugänglich sind sie wirklich?  

Zum Stichtag 31.12.2025 befinden sich 141 von 242 EKO-fähigen Produkten der letzten zehn Jahre tatsächlich in der Regelversorgung – entweder in der gelben oder grünen Box. Weitere zehn Produkte befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch im Aufnahmeverfahren (Rote Box). Erstaunlich: nur ein einziges Präparat ist in Österreich aktuell vollständig frei verschreibbar (Grüne Box ohne IND). Die überwältigende Mehrzahl der Innovationen ist für Patient:innen nur restriktiv und mit chefärztlicher Bewilligung verfügbar. Limitationen auf bestimmte Patient:innengruppen oder Anforderungen an die Expertise der Verschreibenden (Zentren) können dabei in Einzelfällen auch medizinisch begründet sein.




© Oliver Miller-Aichholz

Position

Klinische Forschung unter Druck 

Klinische Forschung muss gezielt gestärkt werden, um den Forschungsstandort Österreich nachhaltig abzusichern. Darin waren sich alle Diskutant:innen beim Round Table des Österreichischen Onkologie Forums Ende Jänner einig. Wo konkret angesetzt werden sollte, skizzierte nicht zuletzt FOPI-Vizepräsident George Tousimis.

Die Teilnahme an klinischen Studien – die international als Selbstverständlichkeit bei der Behandlung onkologischer Patient:innen gilt – ist in Österreich noch nicht flächendeckend etabliert. Heterogene Genehmigungsprozesse, lange Vorlaufzeiten und oft unklare Zuständigkeiten schwächen deutlich Österreichs internationale Wettbewerbsfähigkeit in diesem Bereich. So der Befund der sechs Expert:innen, die das Thema im Rahmen des Österreichischen Onkologie Forums diskutierten.

Vor allem die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden, damit die Qualität, der Zugang und die Effizienz klinischer Forschung steigen. Aus Sicht der forschenden Pharmaindustrie brachte George Tousimis konkrete Ansatzpunkte ein:

  • Nachhaltige Finanzierung von Studienpersonal & Infrastruktur
  • Konsequente Digitalisierung von Prozessen
  • Standardisierte Vertragsklauseln & administrative Entlastung der Studienzentren
  • Stärkung von dezentralen Studienelementen und digitalen Technologien
  • Erweiterung der Rolle des „Hauptprüfers“ auf andere Berufsgruppen
  • Ausbau bestehender Förderprogramme bzw. des Zugangs für die pharmazeutische Forschung

„Auch wenn es aktuell noch viele Hürden wie Föderalismus, verstreute Kompetenzen, etc. gibt, sollten alle an einem Strang ziehen“, betonte Tousimis und sah sich damit auf einer Linie mit Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant (ABCSG), DI Dr. Martin Renhardt (Gesundheitsministerium), Dr.in Hemma Bauer (Bildungsministerium), Priv.-Doz.in Dr.in Kathrin Strasser-Weippl (OeGHO) und Priv.-Doz. Dr. Holger Rumpold (Ordensklinikum Linz). „Denn der Forschungsstandort Österreich ist in Gefahr, und eine Stärkung kommt nicht nur der medizinischen Community, sondern vor allem unmittelbar den Patient:innen zugute.“




© BMS Switzerland

Interview

Jérome Garcin – Politisches Umfeld muss medizinische Fortschritte belohnen

„Innovationen liefern nur dann einen Mehrwert, wenn sie schnell zu den Patient:innen gelangen“, sagt Jérome Garcin, neuer General Manager für Österreich und die Schweiz bei Bristol Myers Squibb im Interview mit dem FOPI.flash. Deshalb sei es jetzt an der Zeit, eine robuste Strategie für die Biowissenschaften und die Pharmabranche zu entwickeln.

Sie sind seit Ende 2024 General Manager für die Schweiz und seit Januar 2026 auch für Österreich. Das ist eine große Verantwortung – was hat Sie an dieser Position gereizt?

Ich war schon sehr früh von dem Gesundheitswesen in Österreich und der Schweiz beeindruckt. Beide Länder haben hochentwickelte Gesundheitssysteme, eine sehr starke wissenschaftliche Basis und vor allem talentierte Teams und ein klares Bekenntnis zur Versorgung von Patient:innen. Mein Ziel ist es, den größtmöglichen Nutzen für erkrankte Personen zu erzielen. Durch die Führung von BMS in der Schweiz und in Österreich können wir Stärken bündeln und noch mehr bewirken.

Mich motivieren Teams, die Engagement, Neugier und die Bereitschaft zeigen, etablierte Arbeitsweisen intern und extern zu hinterfragen. Das gibt mir die Zuversicht, dass wir unsere Prozesse weiterentwickeln, vereinfachen und stärken und letztendlich den Zugang zu Innovationen für Patient:innen beschleunigen können.

Im Laufe Ihrer Karriere haben Sie Erfahrungen mit einer Vielzahl von Gesundheitssystemen gesammelt. Wie würden Sie das österreichische Gesundheitssystem bewerten?

Österreich verfügt über ein Gesundheitssystem, das für seine medizinische Exzellenz und die hohe Qualität der Versorgung bekannt ist. In der Krankenhausversorgung schätze ich den frühzeitigen Zugang der Patient:innen zu innovativen Medikamenten. Das starke Netzwerk von Universitätskliniken und Spezialisten sowie die enge Zusammenarbeit zwischen klinischen und wissenschaftlichen Einrichtungen bieten eine solide Grundlage für die Behandlungsergebnisse der Patient:innen.

Gleichzeitig steht das System vor ähnlichen Herausforderungen wie andere europäische Länder. Der demografische Wandel, die zunehmende Komplexität der Versorgungspfade und die Notwendigkeit, einen guten Zugang zu Innovationen aufrechtzuerhalten, machen eine weitere Modernisierung unerlässlich. Der geopolitische Kontext spielt natürlich eine wichtige Rolle. Wir müssen die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit allen Interessensgruppen in Österreich und Europa fördern, um zu gewährleisten, dass Österreich eines der führenden Gesundheitssysteme in Europa bleibt.

Das FOPI ist für Sie noch relativ neu. Was ist Ihr erster Eindruck?

Ich schätze den evidenzbasierten, lösungsorientierten Ansatz und das klare Ziel, Österreich als starken Forschungs- und Innovationsstandort zu stärken. Besonders hervorzuheben sind die Offenheit des Dialogs und die Bereitschaft der Mitglieder zur Zusammenarbeit über die verschiedenen Interessensgruppen hinweg.

Das schafft eine starke Plattform, um gemeinsam an den für Patient:innen wichtigsten Themen zu arbeiten. Ich freue mich darauf, einen aktiven Beitrag zu leisten und eine gemeinsame Agenda zu unterstützen, die Vertrauen, Zugang zu Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

BMS engagiert sich für die Stärkung Österreichs als Forschungsstandort und unterstreicht dieses Engagement mit 47 laufenden klinischen Studien in den Bereichen Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Welche Rahmenbedingungen sind in Österreich erforderlich, um ein attraktiver Standort für Forschung und Innovation zu bleiben?

Österreich vereint viele Stärken, die es zu einem hervorragenden Umfeld für die klinische Forschung machen, darunter hochqualifizierte Fachkräfte, starke Universitätskliniken und eine lange Tradition wissenschaftlicher Exzellenz. Mit 47 laufenden klinischen Studien ist BMS stolz darauf, zu diesem Ökosystem und den damit verbundenen Fortschritten für Patient:innen beizutragen.

Es ist jedoch unerlässlich, dass Österreich weiterhin die Bedingungen verbessert, unter denen Innovationen ihren Wert für Patient:innen sowie für das Gesundheitssystem entfalten können. Dazu gehören schnellere und besser vorhersehbare Zulassungs- und Zugangswege, da zeitnahe Entscheidungen im globalen Wettbewerb um Studien von entscheidender Bedeutung sind. Außerdem ist eine moderne, digitale Dateninfrastruktur erforderlich, die qualitativ hochwertige Forschung unterstützt und zu einer besseren Versorgung beiträgt.

Ebenso wichtig ist ein politisches Umfeld, das medizinische Fortschritte aktiv belohnt, geistiges Eigentum schützt und administrative Hindernisse abbaut. Innovationen liefern nur dann einen Mehrwert, wenn sie schnell zu Patient:innen gelangen, die Behandlungsergebnisse verbessern und das Gesundheitssystem stärken. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, eine robuste Strategie für die Biowissenschaften und die Pharmabranche zu entwickeln, die Österreich als führenden europäischen Standort für Biowissenschaften positioniert und weiterhin bedeutende Forschungsprojekte anzieht, die Patient:innen und Gesellschaft zugutekommen.

Über BMS

Bristol Myers Squibb ist ein globales biopharmazeutisches Unternehmen, dessen Mission es ist, innovative Medikamente zu entdecken, zu entwickeln und bereitzustellen, die Patient:innen helfen, schwere Krankheiten zu überwinden. Mit Schwerpunkt auf Onkologie, Hämatologie, Neurowissenschaften, Immunologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbindet BMS modernste Wissenschaft mit einem Engagement für Patient:innen und Gemeinschaften weltweit. Die Forschungs- und Entwicklungsbemühungen des Unternehmens werden durch eine robuste Pipeline und das Engagement für den wissenschaftlichen Fortschritt in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen, akademischen Einrichtungen und Partnern auf der ganzen Welt unterstützt. Weitere Informationen über Bristol Myers Squibb finden Sie unter bms.com/at oder auf LinkedIn.




© accelent/Theo Hertenberger

Innovation

Video: Reichen Sport und gesunde Ernährung bei Herzerkrankungen?

Rund 35% aller Todesfälle jedes Jahr in Österreich sind auf Herz-Kreislauferkrankungen zurückzuführen, die koronare Herzkrankheit aufgrund von Arteriosklerose ist eine davon. Auch Robert ist betroffen, sein Blutdruck und seine Blutfette sind seit frühester Kindheit stark erhöht. Darüber informiert wurde er mit 18 Jahren bei der Stellung beim Bundesheer. Aber die Erkrankung beeinflusste seinen Alltag nicht, er konnte sie lange ignorieren – obwohl viele seiner Familienmitglieder an Folgen der gleichen Erkrankung verstorben sind. Robert lebte gesund und betrieb viel Sport, trotzdem erlitt er mit 49 Jahren seinen ersten Herzinfarkt. Erst nach dem zweiten Herzinfarkt war er bereit, auf seine Ärzt:innen zu hören. Was sich dadurch für ihn verändert hat, erzählt er in diesem Video.

Auch die Europäische Union hat erkannt, dass gehandelt werden muss: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Haupttodesursache in Europa und kosten die EU jährlich über 282 Milliarden Euro aufgrund von Produktivitätsverlusten und Wirtschaftsausfällen. Der im Dezember 2025 vorgestellte „EU Safe Hearts Plan“ legt den Fokus auf gesamtheitliche Prävention. Ebenso soll Forschung und Innovation gefördert werden, der Einsatz digitaler Technologien verstärkt und gesundheitliche Ungleichheiten zwischen Mitgliedstaaten, Regionen und Bevölkerungsgruppen verringert werden. Details können Sie hier nachlesen: EU cardiovascular health plan: the Safe Hearts Plan und Factsheet