FOPI.flash August 2025

In dieser Ausgabe

analysis-2030261 (Konstantin Kolosov auf Pixabay)
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Editorial

Braucht Österreich eine Life-Science-Strategie?

Der Pharmastandort Europa steht derzeit aufgrund weltpolitischer Umwälzungen im Scheinwerferlicht, und fast täglich werden Analysen publiziert, welche Auswirkungen die Veränderungen auf das europäische und damit auch auf das österreichische Gesundheitssystem haben könnten.

Hierzulande arbeiten Entscheidungsträger:innen an einer Life-Science-Strategie, die den Standort Österreich nachhaltig stärken soll. Doch geht das überhaupt? Wie kann Österreich den globalen Verwerfungen begegnen? Und brauchen wir als kleines Land in dieser vernetzten Branche eine Life-Science-Strategie?

Wir sind der Überzeugung, dass es gerade jetzt eine Strategie benötigt, die all diese Herausforderungen adressiert und durchdachte Pläne sowie zukunftsgerichtete Lösungen vorzeichnet. Deshalb bringen wir uns als Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in diesen Prozess aktiv ein und stellen möglichst konkrete Vorschläge zur Diskussion – sowohl in die übergeordnete Industriestrategie, die von der Plattform Industrie 4.0 erarbeitet wird, als auch in die spezifische Life-Science-Strategie. Denn wir sind der Überzeugung, dass Österreich enormes Potenzial hat, sich als europäischer Leitstandort für Forschung, Entwicklung, Produktion und Versorgung mit innovativen Arzneimitteln zu etablieren. Aber es braucht einen kohärenten nationalen Weg, der die Rahmenbedingungen verbessert, Innovation fördert, Investitionen ermöglicht und gesellschaftliches Vertrauen stärkt.

Leif Moll, George Tousimis, Ute Van Goethem, Astrid Jankowitsch und Daniela Habith
Präsidium des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI)




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Positionen

Life Sciences gemeinsam denken

Der Life-Science-Sektor ist von elementarer Bedeutung für Österreich und das heimische Gesundheitswesen. Deshalb hat sich die derzeitige Bundesregierung selbst ins Programm geschrieben, eine Life-Science-Strategie zu entwickeln und damit – ähnlich wie in Deutschland – kräftige Impulse zu setzen sowie resiliente Rahmenbedingungen zu schaffen. Doch welche Kernsätze sollen in dieser Strategie enthalten sein? Das FOPI sieht acht Punkte aus Sicht der forschenden Unternehmen als besonders wesentlich.


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Klinische Forschung stärken – Österreich zum Studienstandort ausbauen

Im Bereich der klinischen Forschung ist der Handlungsbedarf evident, hat doch die Anzahl der neugestarteten klinischen Studien in Österreich in nur drei Jahren um 28 Prozent abgenommen. Das FOPI schlägt daher vor, die Genehmigungsdauer mononationaler Studien auf unter 30 Tage zu beschleunigen. Weiters ist die Einrichtung einer zentralen Ethik-Kommission zur rascheren und einheitlicheren Genehmigung klinischer Studien sinnvoll. Zielführend wäre außerdem die Ausweitung der PI-Rolle (Principal Investigator) auf nicht-ärztliche Berufsgruppen wie Studienkoordinator:innen, um den ärztlichen Personalmangel abzufedern und Studien durchführbar zu machen. Unabdingbar scheint die Digitalisierung der Studienprozesse. Und nicht zuletzt gilt es die Forschungsinfrastruktur und personellen Ressourcen in den Spitälern (wie festangestellte Study Nurses oder Projektkoordinator:innen) sicherzustellen.

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Bildung, Talente und Fachkräfte sichern

Nur mit den besten Köpfen wird eine Life-Science-Strategie zum Erfolg führen. Daher braucht es einen erleichterten Zugang für internationale Fachkräfte, etwa durch vereinfachte Verfahren, Anerkennung & Relocation-Unterstützung. Außerdem sollte Österreich generell naturwissenschaftliche Fächer fördern, insbesondere mit Programmen für Frauen in Technik, Forschung & Digitalisierung. Ergänzend dazu ist es ratsam, Life Sciences als attraktives Berufsfeld zu positionieren und eine langfristige Fachkräftestrategie gemeinsam mit dem Wissenschafts-, dem Arbeits- und dem Wirtschaftsministerium zu entwickeln.





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Produktion sichern – Versorgung stärken

Um die Produktion von Arzneimitteln in Österreich zu attraktivieren und damit die Versorgungssicherheit zu stärken, empfiehlt das FOPI die Einführung eines Erstattungsbonus für EU-produzierte Arzneimittel. Das würde bestehende Werke absichern und Aus- und Neubauten attraktiver machen. Zudem könnten die Unternehmen durch Technologieförderung in Zukunftsbereichen wie Biotechnologie, automatisierte Produktion und grüne Energieversorgung unterstützt werden. Und parallel zu all dem gilt es, industriepolitische Planungssicherheit zu gewährleisten z. B. durch klare Zielbilder, verlässliche Verfahren und langfristige Förderkulissen.



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Markt- und Versorgungszugang beschleunigen

Die Verfügbarkeit innovativer Therapien für heimische Patient:innen ist maßgeblich von einem schnellen Markt- und Versorgungszugang abhängig. Aus Sicht des FOPI muss die Nutzenbewertung im Spitalsbereich auch weiterhin so organisiert werden, dass sie einem schnellen und gerechten Zugang zu medizinischer Innovation nicht im Wege steht. Auch beim Erstattungskodex (EKO) gibt es konkreten Handlungsbedarf. Der EKO sollte transparenter, zeitgemäßer und innovationsfreundlicher gemacht werden, um auf diese Weise mehr Innovationen schneller in die Regelversorgung zu bringen und so Unsicherheiten durch zunehmende Abhängigkeit von Einzelfallentscheidungen zu reduzieren. Der Innovationsbegriff ist dabei zeitgemäß zu interpretieren indem er neben bahnbrechenden Neuerungen auch inkrementelle (schrittweise) Innovationen umfasst. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungsqualität und sollte ebenso berücksichtigt werden wie die gesamtgesellschaftliche Vorteile neuer Therapien (z.B. Vermeidung von Pflegebedürftigkeit, längere Arbeitsfähigkeit).


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Gesundheitsdaten sinnvoll und sicher nutzen

Daten sind essenziell für zielgerichtete Forschung & Entwicklung, Versorgung und Public-Health-Analysen. Österreich wäre deshalb gut beraten, nationale Plattformen zur kontrollierten, pseudonymisierten Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten zu schaffen. Gleichzeitig dazu sollten bestehende Datensilos – insbesondere zwischen Spitälern, Sozialversicherungsträgern, Forschungseinrichtungen – aufgelöst werden. Weiters sollten Public-Private-Kooperationen zur gemeinsamen Nutzung und Analyse von Gesundheitsdaten gefördert und Digitalisierung als Querschnittsthema verankert werden.




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Forschungsförderung ausweiten – Translation sichern

Forschungsförderung darf auch in Zeiten knapper Budgets nicht reduziert werden. Bestehende Forschungsförderungsprogramme wie die Initiative „Austrian Life Sciences 2024 bis 2026“ von der FFG müssen daher erhöht bzw. weitergeführt werden. Die Förderfähigkeit sollte zudem auf internationale Studien mit österreichischer Beteiligung ausgedehnt werden. Zudem müssen wir Brücken zwischen Wissenschaft & Wirtschaft bauen und Zugang zu Wagniskapital erleichtern.






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Vertrauen in Wissenschaft stärken – Forschung verständlich machen

Für ein wissenschafts- und innovationsfreundliches gesellschaftliches Umfeld braucht es eine unbeirrte Aufklärung über Nutzen und Sicherheit von Forschung – insbesondere zu Genmedizin, Grundlagenforschung und klinischen Studien. Wissenschaftskommunikation sollte deshalb forciert werden. Es sollte die Bevölkerung eingebunden werden, etwa durch Bürgerdialoge, Ethikplattformen, Wissenschaftsformate in Schule und Erwachsenenbildung. Und über Datennutzung muss offen gesprochen werden, um evidenzbasierte Entscheidungen zu ermöglichen.






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Europäische Standortpolitik aktiv mitgestalten

Österreichs Pharmaindustrie und Forschungscommunity ist untrennbar mit dem europäischen Life-Science-Sektor verbunden. Folglich müssen wir österreichische Interessen aktiv in die EU-Pharma-Strategie einbringen, beispielsweise beim Thema geistige Eigentumsrechte, wo es gilt, Daten-, Markt- und Patentschutz abzusichern. Auch sollte die Vereinfachung von Zulassungsverfahren angestrebt werden. Gemeinsam müssen wir daraufhin arbeiten, Europa zum weltweit attraktivsten Standort für Life Sciences zu machen.




Fazit: Forschung, Versorgung und Vertrauen gemeinsam denken

Eine moderne Industrie- & Life-Science-Strategie für Österreich muss also Wissenschaftsförderung, Produktionssicherung, Datenintegration und gesellschaftliches Vertrauen gemeinsam denken. Sie muss Komplexität reduzieren, Zugänge beschleunigen und Innovation sowie faire Preise ermöglichen. Denn all diese Parameter sind gemeinsam ausschlaggebend für die Attraktivität eines Life-Science-Standorts und damit für zukünftige Investitionsentscheidungen und den Erfolg einer umfassenden Life-Science-Strategie.





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Wordrap

Daniela Habith will neue Impulse setzen

Die neue Vize-Generalsekretärin des FOPI ist eine langjährige Kennerin des österreichischen Gesundheitssystems – aus vielfältigen Perspektiven. In einem kurzen Wordrap berichtet sie, warum ihr dieses Amt ein großes Anliegen ist, was sie sich für die Zukunft wünscht und welche Schwerpunkte sie setzen möchte.

Die forschende pharmazeutische Industrie bedeutet für mich …

… mehr als Medikamente: Als Public-Affairs-Managerin sehe ich täglich, wie Innovation Leben verändert. Forschung schafft Perspektiven – für Patient:innen, für ein resilienteres System, als spannender Arbeitgeber und die Gesundheit der nächsten Generation.

Für das FOPI engagiere ich mich …

… weil ich an die Kraft von Kooperation, Transparenz und Dialog glaube – und das Potenzial sehe, gemeinsam neue Wege in der Gesundheitsversorgung zu gestalten.

Als Vize-Generalsekretärin will ich …

… mein Netzwerk, meine Systemkenntnisse und meine Leidenschaft für Gesundheitspolitik nutzen, um Brücken zu bauen, Positionen zu stärken und den Dialog auf Augenhöhe zu fördern.

Im österreichischen Gesundheitssystem etwas bewegen möchte ich …

… weil ich überzeugt bin, dass Veränderung möglich ist – durch vernetztes Denken, Mut zur Innovation, nachhaltige Investitionen in Prävention und Digitalisierung sowie stärkere Präsenz von Frauen in führenden Rollen – insbesondere in der Sozialversicherung. 

Meine Handschrift wird man erkennen …

… an klarer Kommunikation, lösungsorientierter Zusammenarbeit und dem Anspruch, Komplexität verständlich zu machen – mit Empathie, Energie und einem Fokus auf das große Ganze.

Wenn ich drei Wünsche für das österreichische Gesundheitssystem frei hätte, dann wären das …

… weniger ideologische Gräben zwischen öffentlichem und privatem Sektor, mehr Mut zu Innovation und Digitalisierung – und ein Gesundheitssystem, das auch morgen noch gerecht, stark und zukunftsfähig ist.

Die gebürtige Steirerin Daniela Habith ist seit zwei Jahren Public Affairs Managerin bei Sanofi und seit Juni 2025 stellvertretende Generalsekretärin des FOPI. Sie bringt fast 20 Jahre Erfahrung im Gesundheits- und Sozialversicherungssystem mit – u. a. im Gesundheitsministerium, der steirischen Landesregierung und der SVA. Als Expertin für Gesundheitspolitik und sektorübergreifende Zusammenarbeit verbindet sie heute ihre breite Systemkenntnis mit Industrieperspektive.




© accelent/Theo Hertenberger

Innovation

Josef bringt „seinem“ Morbus Parkinson die Hausordnung bei

Josef war Mathematiker, Geschäftsführer und exzellenter Skifahrer – bis Parkinson durch die zeitliche Nicht-Vorhersehbarkeit von Krankheitsschüben sein berufliches und privates Leben „kaputtmacht“ hat. Denn die Erkrankung wurde spät diagnostiziert und lange falsch behandelt. Erst durch die innovative Pumpentherapie kann Josef sein Leben wieder planen – ins Kino gehen, allein eine Straße überqueren oder seine Kenntnisse der Relativitätstheorie auffrischen.

Trotzdem empfiehlt Josef, Parkinson als einen Freund zu sehen und ihm möglichst rasch „die Hausordnung beizubringen“. Es sei wichtig, offen zu bleiben und alles auszuprobieren. Dann sind unerwartete Durchbrüche möglich. Die ganze Geschichte von Josef sehen Sie hier.




© Merz Therapeutics

Interview

Alexander Zach – Kooperation und Digitalisierung sind Voraussetzungen

Eine große Herausforderung in den nächsten Jahren wird der Umgang mit Gesundheitsdaten und der Einsatz von KI werden, ist sich Alexander Zach, General Manager von Merz Pharma Austria im Interview mit FOPI.Flash sicher. Denn Österreich verfüge über enorme Datenschätze im Gesund-heitswesen, etwa durch ELGA, Krankenhaus- und Sozialversicherungsdaten oder klinische Studien. Diese Daten würden aus seiner Sicht noch zu wenig genutzt, um Versorgung zu verbessern, Forschung zu beschleunigen oder Prävention gezielter zu gestalten.

Merz Pharma Austria ist eines der neuesten FOPI-Mitglieder. Was hat Sie dazu bewogen, der Interessensgemeinschaft der forschenden pharmazeutischen Industrie beizutreten und sich dann gleich persönlich in einer der neuen Arbeitsgruppen zu engagieren?

Ich bin davon überzeugt, dass jede Geschäftsführerin und jeder Geschäftsführer in der pharmazeutischen Industrie nicht nur die Verantwortung trägt, das eigene Unternehmen zu führen, sondern auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten sollte. Gerade in einem so sensiblen und systemrelevanten Bereich wie der Gesundheitsversorgung ist es essenziell, über Unternehmensgrenzen hinauszudenken. Wenn wir als Pharmaunternehmen zusammenarbeiten, Wissen teilen und uns gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen einsetzen, können wir nachhaltige Lösungen zum Wohle der Patient:innen und des Gesundheitssystems insgesamt schaffen.

Was zeichnet ihrer Meinung nach das FOPI aus?

Ich erlebe das FOPI als eine starke und respektierte Stimme im Dialog mit Entscheidungsträger:innen, das wichtige Themen in vielen gesundheitsrelevanten Bereichen aufgreift und wissenschaftlich fundierte Perspektiven einbringt. Dabei bleibt das FOPI stets lösungsorientiert und scheut sich dennoch nicht, klare Positionen zu vertreten. Gerade in einem zunehmend komplexen und regulierten Umfeld ist das ein unschätzbarer Beitrag.

Was schätzen Sie aufgrund Ihrer internationalen Erfahrungen in Indien, Singapur oder dem Vereinigtem Königreich am österreichischen Gesundheitssystem besonders?

Was ich am österreichischen Gesundheitssystem besonders schätze, ist die weitgehende Balance aus Qualität, Verlässlichkeit und solidarischem Zugang. Während der National Health Service im Vereinigten Königreich zwar flächendeckend organisiert ist, führen begrenzte Ressourcen oft zu langen Wartezeiten. In Indien wiederum beeindruckt die fachliche Exzellenz einzelner Zentren, doch der Zugang zu medizinscher Versorgung ist mangelhaft, regional unterschiedlich und hängt nicht zuletzt von individuellen finanziellen Mitteln ab. Allerdings sollte man die Herausforderung nicht unterschätzen, Gesundheitsversorgung für ein 1,4 Mrd. Einwohner:innen-Land zu organisieren. Singapur wiederum ist hoch organisiert, setzt stark auf Eigenverantwortung und Effizienz, allerdings mit hohem privaten Kostenanteil. Singapur ist allerdings Vorreiter, wenn es um den Umgang von Gesundheitsdaten geht: “One Patient, One Health Record” ermöglicht Patient:innen ein nahtloses Navigieren durch das Gesundheitswesen, verhindert Doppelbefundung und schafft für die Behandelnden die notwendige Transparenz. Auch wenn es in einigen Bereichen Verbesserungsbedarf gibt, Österreich gelingt es, Versorgung auf hohem Niveau allen zugänglich zu machen – das ist im internationalen Vergleich keineswegs selbstverständlich.

Gibt es Ihrer Meinung nach Herausforderungen im österreichischen Gesundheitswesen, die uns in den nächsten Jahren überraschen werden?

Ich sehe zwei große Herausforderungen auf unser Gesundheitswesen zukommen. Einerseits die immer älter werdende Bevölkerung, die mehr Leistungen beanspruchen wird und für die wir Ressourcen vorhalten werden müssen – dieser Umstand sollte uns aber nicht überraschen.
Die andere große Herausforderung der nächsten Jahre wird der Umgang mit Gesundheitsdaten und der Einsatz von KI sein. Österreich verfügt über enorme Datenschätze im Gesundheitswesen, etwa durch ELGA, Krankenhaus- und Sozialversicherungsdaten oder klinische Studien. Diese Daten werden aus meiner Sicht noch zu wenig genutzt, um Versorgung zu verbessern, Forschung zu beschleunigen oder Prävention gezielter zu gestalten.
Gleichzeitig entwickeln sich KI-Anwendungen rasant – ob bei der Diagnostik, in der Arzneimittelentwicklung oder im klinischen Alltag. Die Herausforderung wird sein, hier nicht nur technologisch Schritt zu halten, sondern auch die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen: ethisch, regulatorisch und organisatorisch.

Welche Schwerpunkte sollten wir alle in Zeiten von beschränkten Budgets setzen, damit die Versorgung heimischer Patient:innen mit innovativen Arzneimitteln für die Zukunft sichergestellt ist?

Damit die Versorgung mit innovativen Arzneimitteln auch in Zeiten begrenzter Budgets gesichert bleibt, müssen wir stärker auf systemübergreifende Zusammenarbeit und digitale Effizienzgewinne setzen. Ein entscheidender Hebel liegt im besseren Datenaustausch zwischen Sozialversicherung, Behörden, Industrie und Versorgungseinrichtungen. Wenn wir Prozesse – etwa bei der Nutzenbewertung, Preisbildung oder Erstattung – stärker koordinieren, gewinnen alle Seiten: schnellere Entscheidungen, mehr Planungssicherheit und frühzeitiger Zugang für Patient:innen. Gleichzeitig bietet der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Auswertungen enormes Potenzial bei damit einhergehender Qualitätssteigerung. Das reduziert Kosten, verbessert Evidenz und schafft Raum für medizinische Innovation – ohne die Systemgrenzen zu sprengen.
Kurz gesagt: Kooperation und Digitalisierung sind keine Zusatzaufgaben, sondern Voraussetzungen für Versorgungssicherheit im 21. Jahrhundert.


Über Merz Pharma Austria
Merz Pharma Austria GmbH ist die österreichische Niederlassung der international tätigen Merz-Gruppe mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Seit über 110 Jahren widmet sich Merz der Entwicklung innovativer Therapien für Erkrankungen mit bislang unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten – geleitet vom Leitsatz unseres Gründers Friedrich Merz: „Better outcomes for more patients.“
Als Teil der Merz-Gruppe ist Merz Therapeutics seit 2020 eine eigenständige Geschäftseinheit mit Fokus auf die Behandlung neurologischer Bewegungsstörungen, wie z. B. Dystonien, Spastik oder anderen chronischen Erkrankungen des Nervensystems. Weitere Informationen unter: https://merztherapeutics.com/at/





Lehrgang

Professionell kommunizieren im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen zählt zu den spannendsten, facettenreichsten und zugleich komplexesten Feldern der Öffentlichkeitsarbeit. Um in diesem sensiblen Bereich zielgruppengerecht, fachlich fundiert und professionell zu kommunizieren, bietet die Österreichische Medienakademie, in Kooperation mit dem PRVA (Public Relations Verband Austria), der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und dem FOPI einen Zertifikatskurs in vier Modulen an.

Dieser richtet sich an PR-Verantwortliche in Gesundheitsorganisationen, sozialen Einrichtungen, Unternehmen sowie öffentlichen Institutionen. Auch Neueinsteiger:innen in die PR-Branche sind herzlich willkommen, um sich ein fundiertes Grundwissen anzueignen.

Hier alle Details zum Zertifikatskurs PR & Corporate Communication im Gesundheitswesen





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Video

Behandlungserfolg: Ein standardisierter Vorsorgebogen für Neurofibromatose

„20 Prozent der NF-Kinder entwickeln Gehirntumore, meistens am Sehnerv – so war das auch bei meiner Tochter im Alter von zwei Jahren“, erzählt Claas Röhl, Obmann des österreichischen Verbands der „NF Kinder – Neurofibromatose durch Forschung besiegen“.

Neurofibromatose Typ 1 ist der häufigste NF-Typ, eines von ca. 2.500 Kindern wird damit geboren. Sie leiden an Tumoren an Nerven und Haut, orthopädischen und psychologischen Problemen. Die Erkrankung ist derzeit noch unheilbar, aber ein großer Durchbruch konnte bei der Behandlung der „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ kürzlich erreicht werden: Die Erstellung eines einheitlichen und interdisziplinären Vorsorgebogens, der einen bisher noch nicht existierenden österreichischen Standard für Routineversorgungen von NF-Betroffenen vorlegt. FOPI unterstützt diesen wichtigen Schritt zur Bewältigung der Herausforderungen von NF1-Patient:innen im Alltag mit einem Video.