Fakt ist: Europa produziert viele Medikamente, ist aber bei wichtigen Zulieferstoffen und Wirkstoffen stark von China und Indien abhängig – besonders bei günstigen Standardmedikamenten.

Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft aus 2025 geht davon aus, dass rund 68 % der pharmazeutischen Wirkstoffe (Active Pharma-ceutical Ingredients, APIs) auf dem europäischen Markt aus Asien kommen. Besonders groß ist die Abhängigkeit bei Generika wie Schmerzmitteln, Antibiotika und Diabetes-Medikamenten.

Grund ist der enorme Kostendruck, durch den sich die Hersteller weltweit gezwungen sahen, Teile der Produktion nach Asien zu verlagern. Das ist auch in vielen anderen Wirtschaftszweigen wie insbesondere der High-Tech-Industrie ähnlich. Vor allem die chinesische Chemie- und Wirkstoffproduktion hat so Bedeutung erlangt.
Trotzdem ist Europa nicht komplett ausgeliefert:

  • Viele fertige Medikamente werden weiterhin in Europa produziert, vor allem innovative, patentgeschützte Medikamente.
  • Europa ist stark in Forschung, Entwicklung und Biopharmazeutika.
  • Länder wie Italien, Spanien oder Deutschland produzieren weiterhin relevante Wirkstoffe.

Eine Studie aus 2021 belegt, dass über 80 % der in der EU in Verkehr gebrachten Arzneimittel aus Europa selbst stammen. 64,2 % kommen aus EU-Ländern, 13,9 % aus der Schweiz und 4,2 % aus Großbritannien.
Außerdem arbeitet die EU an Strategien (wie z. B. „Critical Medicines Act“), um Produktion wieder stärker nach Europa zu holen.