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Sarah Walters: Sorgsame Nutzung von Daten ist zukunftsentscheidend

Österreich schöpft die Möglichkeiten der Gesundheitsdaten nicht vollständig aus, meint Sarah Walters, Geschäftsführerin von AstraZeneca Österreich, im Interview mit FOPI.flash. Dabei sei es wichtig, Daten zu nutzen, um sicherzustellen, dass die richtigen Medikamente bei den richtigen PatientInnen zur richtigen Zeit eingesetzt werden.

Was schätzen Sie am österreichischen System?

Ich lebe seit drei Jahren in Österreich und habe dadurch die Stärken des österreichischen Gesundheitssystems sehr schätzen gelernt. Das Gesundheitssystem bietet einen breiten und gerechten Zugang für alle Menschen in Österreich. Darüber hinaus ist das Gesundheitssystem bestrebt, Patientinnen und Patienten einen frühen Zugang zu innovativen Medikamenten zu ermöglichen. Darauf können die Österreicherinnen und Österreicher sehr stolz und dankbar sein.

Ich schätze auch das Engagement der verschiedenen Interessensgruppen im Gesundheitswesen – Gewerkschaften, Arbeiterkammern, Wirtschaftskammern, Ärztekammern, Patientenvertretungen und natürlich unsere Verbände der Pharmaindustrie. Tief verwurzelt im österreichischen System ist die Verpflichtung, Personengruppen und Interessen bei Entscheidungen im Gesundheitswesen gut zu vertreten, und das ist eine Stärke.

Was die Zukunft betrifft, hat das vergangene Jahr die Notwendigkeit und die Möglichkeiten digitaler Lösungen gezeigt. Das österreichische Gesundheitssystem hat eine wichtige Chance, das bestehende digitale Momentum zu nutzen, um die Versorgung der Menschen in Österreich zu optimieren.  Österreich schöpft die Möglichkeiten der Gesundheitsdaten nicht vollständig aus, um die Gesundheitsversorgung der Menschen zu verbessern. Ich verstehe die Bedenken bezüglich des Datenschutzes und vergleichender Datenauswertungen. Ich denke jedoch, dass den Risiken mehr Gewicht beigemessen wurde als den Vorteilen. Die Entscheidungsträger im Gesundheitswesen in Österreich haben hierbei die Aufgabe, sicherzustellen, dass die Vorteile der Nutzung von Daten gegenüber den Risiken abgewogen werden. Es gibt Beispiele aus anderen Ländern, die einen Weg gefunden haben, das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Daten erfolgreich positiv auszubalancieren, um die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern – Schweden, Israel und Großbritannien, um nur einige zu nennen – und ich bin zuversichtlich, dass sich Österreich dieser Gruppe von Vorreitern anschließen kann.

Können Sie über ein Beispiel aus Ihrem unmittelbaren Bereich berichten, das sinnbildlich für Ihre Einschätzung stehen kann?

Die COVID-Pandemie ist ein gutes Beispiel. Das Gesundheitssystem verfügt über die Infrastruktur, um Real-World-Evidence für die Sicherheit und Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe zu sammeln. Es gibt jedoch Optimierungspotential bei der Zusammenführung und Analyse der Daten. Als Fragen zur Wirksamkeit von Impfstoffen und COVID-Varianten auftauchten, konnten andere Länder ihre Daten rasch „nutzen“ und für ihre Bevölkerung äußerst wertvolle Erkenntnisse gewinnen, wie sich die Impfstoffe in der realen Welt bewähren.

Was müsste getan werden, damit die Versorgung heimischer PatientInnen mit innovativen Arzneimitteln für die Zukunft sichergestellt ist?

Um in der Gesundheitsversorgung weiterhin weltweit führend zu sein, muss das österreichische Gesundheitssystem seine Prinzipien beibehalten und gleichzeitig mit der Zeit gehen. Das bedeutet, sich weiterhin für einen breiten und gerechten Zugang einzusetzen sowie agile und flexible Entscheidungen zu treffen. Es bedeutet auch, Daten zu nutzen, um sicherzustellen, dass die richtigen Medikamente bei den richtigen Patientinnen und Patienten zur richtigen Zeit eingesetzt werden. Das Gesundheitssystem in Österreich bietet mit ELGA und den digitalen Diensten eine hervorragende Grundlage für diese Entwicklung. Ich bin zuversichtlich, dass Österreich diese Chancen nutzen wird und weiterhin weltweit führend in der Bereitstellung einer hervorragenden Gesundheitsversorgung für die Menschen in Österreich sein wird.

Über AstraZeneca Österreich
AstraZeneca ist ein globales, forschungsorientiertes biopharmazeutisches Unternehmen. Der besondere Fokus bei AstraZeneca ist auf die Behandlung kardiovaskulärer, metabolischer, respiratorischer, inflammatorischer, onkologischer und neurologischer Erkrankungen, sowie Autoimmunerkrankungen gerichtet. AstraZeneca ist weltweit in mehr als 100 Ländern vertreten. Nähere Informationen finden Sie unter: www.astrazeneca.com
AstraZeneca Österreich beschäftigt derzeit rund 135 Mitarbeiter am Standort in Wien und zählt zu den führenden Pharmaunternehmen am heimischen Markt. https://www.astrazeneca.at

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