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Im Kampf gegen COVID-19 – Die Aktivitäten der forschenden Pharmaunternehmen

Forschende Pharmaunternehmen stehen derzeit – wie selten zuvor – im Licht der Aufmerksamkeit und versuchen, den in sie gesetzten Erwartungen gerecht zu werden. Dazu wurden die Forschungsaktivitäten nochmal forciert und zahlreiche, sofort wirksame Hilfsprojekte gestartet. FOPI-Mitgliedsunternehmen sind international wie auch in Österreich an vorderster Front mit dabei.

  • AbbVie arbeitet mit internationalen und europäischen Behörden zusammen und unterstützt weltweit klinische Studien. Außerdem ist das Unternehmen Teil der Innovative Medicines Initaitve (IMI) zur Entwicklung zielgerichteter Therapien bei COVID-19. Für weltweite Studien wie SOLIDARITY hat AbbVie ein HIV-Medikament mit der Wirkstoffkombination Lopinavir / Ritonavir als COVID-19-Therapeutikum zur Verfügung gestellt. Auf globaler Ebene spendete AbbVie 45 Mio. $ direkt an Organisationen zur Bewältigung der Coronakrise und verdreifacht Spenden von Mitarbeitern.
  • Amgen hat eine Zusammenarbeit mit Adaptive Biotechnologies begonnen, um vollhumane, neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln. Zudem führt das Amgen-Tochterunter­nehmen deCODE genetics Testungen sowohl bei Personen mit hohem Infektionsrisiko als auch bei zufälligen Freiwilligen in Island durch, um mehr Informationen zur tatsächlichen Häufigkeit des Virus in der Bevölkerung zu gewinnen.
  • AstraZeneca spendet 9 Millionen Mundschutzmasken, um medizinische Fachkräfte aus aller Welt im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie zu unterstützen. 100.000 Masken wurden von AstraZeneca Österreich dem Österreichischen Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Im Bereich der Forschung  arbeitet AstraZeneca daran, monoklonale Antikörper zu identifizieren und diagnostische Testverfahren zu entwickeln sowie Screening-Programme auszuweiten.
  • Bayer bereitet derzeit den Start einer multinationalen Phase II-Studie zur Testung eines neuen inhalativen Therapieansatzes für PatientInnen mit einem sehr schweren Krankheitsverlauf – dem akuten Lungenversagen (ARDS) – vor. Vier heimische Prüfzentren werden daran teilnehmen. Weiters hat Bayer lokal verfügbare Schutzausrüstung an eine Klinik gespendet und unterstützt die Corona-Nothilfe der Caritas bei Projekten im Gesundheitsbereich mit 50.000 €.
  • BMS arbeitet mit Forschern, der Biotech-Community und der breiteren Biowissenschaftsbranche zusammen, um gemeinsam Therapien für COVID-19 zu beschleunigen. Zugelassene und in Entwicklung befindliche Wirkstoffe werden auf Verwendung bei COVID-19 geprüft. BMS leistet weltweit einen Beitrag zu den Hilfsmaßnahmen zu COVID-19 und unterstützt finanziell die Corona Nothilfe der Caritas Österreich.
  • Gilead Sciences prüft derzeit die Sicherheit und Wirksamkeit des Nukleotid-Analogons Remdesivir in sechs klinischen Studien. Zwei dieser sechs Studien mit Remdesivir hat Gilead selbst initiiert. Für vier weitere klinische Studien stellt Gilead Remdesivir und wissenschaftliches Know-how unentgeltlich zur Verfügung.
  • GlaxoSmithKline (GSK) stellt Technologie für Impfstoffadjuvantien zur Verfügung, spendet 10 Mio. $ an den WHO- und UN-Solidaritätsfonds, ist Teil der neuen Forschungskooperation COVID-19 Therapeutics Accelerator, um schnellstmöglich therapeutische Moleküle zu identifizieren, und erweitert Impfstoff-Kooperationen auf fünf Partnerunternehmen und Forschungsgruppen auf der ganzen Welt.
  • Janssen entwickelt einen Impfstoff und konnte Ende März bereits die Auswahl des Impfstoffkandidaten verkünden. Parallel dazu spendet Janssen (Johnson & Johnson) 50 Mio. $ als Support für die MitarbeiterInnen des Gesundheitswesens in ihrem weltweiten Kampf und unterstützt den Ankauf von Masken, Brillen und Schutzanzügen.
  • Lilly untersucht in einem Trial des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) die Wirksamkeit und Sicherheit von Baricitinib für hospitalisierte COVID-19-PatientInnen. Weiters entwickelt Lilly in einer Kooperation mit AbCellera eine Antikörpertherapie basierend auf neutralisierenden Antikörpern von einem der ersten genesenen COVID-19-Patienten in den USA.
  • Merck arbeitet mit der Belinda & Bill Gates Foundation zusammen und hat außerdem in Darmstadt und Wiesbaden eigene Kapazitäten zur Produktion von Desinfektionsmitteln aufgebaut sowie 150.000 Liter kostenlos zur Verfügung gestellt. Ergänzend spendete Merck der WHO 290.000 Dosen seines Interferon-beta-1a-Medikaments für die globale SOLIDARITY-Studie und unterstützt das Jenner Institute beim Erreichen eines ersten Meilensteins für die Herstellung eines COVID-19-Impfstoffs.
  • MSD untersucht – aufbauend auf der Erfahrung mit Virostatika und Impfstoffen – seine antiviralen Wirkstoffkandidaten und Impfstoffe auf Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 und verwandte Viren. Weiters beteiligt sich MSD an der von NIH (National Institute of Health) geleiteten ACTIV (Accelerating COVID-19 Therapeutic Interventions and Vaccines). Und nicht zuletzt treibt MSD die Partnerschaft mit der Belinda & Bill Gates Foundation voran und spendet medizinische Schutzausrüstung.
  • Novartis stellt Medikamente und Ausrüstung zur Verfügung – so etwa weltweit bis zu 130 Mio. Dosen des Malaria-Medikaments Hydroxychloroquin und in Österreich 30.000 Atemschutzmasken für Kliniken in Tirol. Aus dem 20 Mio. $-schweren Novartis COVID-19-Fond erhielt überdies das Österreichische Rote Kreuz 150.000 $, um Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung anzuschaffen. Und nicht zuletzt beteiligt sich Novartis maßgeblich an klinischen Studien sowie an Projekten der Bill & Melinda Gates Foundation und der Innovative Medicines Initiative (IMI).
  • Pfizer will gemeinsam mit BioNTech die Entwicklung eines Impfstoffes vorantreiben. Diese Woche haben die beiden Unternehmen mit der Phase 1/2 von vier Impfstoffkandidaten in Deutschland begonnen. Des Weiteren erprobt Pfizer im Labor antivirale Wirkstoffe, die das Unternehmen schon zuvor zur Behandlung anderer Viruskrankheiten entwickelt hat.
  • Roche erprobt das bereits für rheumatoide Arthritis zugelassene Medikament Tocilizumab an COVID-19-PatientInnen, die an einer schweren Lungenentzündung leiden. Und das Unternehmen spendete 30.000 medizinische Schutzmasken für die ÄrztInnen in niederösterreichischen Spitälern.
  • Sanofi arbeitet an der Entwicklung von zwei Impfstoffen: zum einen konkret in Zusammenarbeit mit der BARDA und GSK, die das Adjuvans bereitstellen. Dabei nützt das Unternehmen den Erfahrungsschatz der Impfstoffsparte Sanofi Pasteur sowie das Know-how aus früheren Entwicklungsarbeiten für einen SARS-Impfstoff.  Zusätzlich arbeitet Sanofi gemeinsam mit Translate Bio an einem Messenger-RNA-basierten Impfstoff und unterstützt Projekte der CEPI, eine globale Allianz, die die Entwicklung von Impfstoffen gegen neue auftretende Infektionskrankheiten finanziert und koordiniert.
  • Takeda initiierte die Entwicklung einer plasmabasierten Therapie für COVID-19. Ausgangsmaterial sind Hyperimmunglobulin-Präparate mit konzentriertem Inhalt von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 aus Plasma von PatientInnen, welche die COVID-19-Erkrankung überstanden haben („Passiv-Impfung“).

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