Forschung im Zeichen von COVID-19 – Hohe Erwartungen – hohes Risiko – hohe Kosten

Die weltweite Pharmaindustrie forscht derzeit mit Hochdruck und ist zahlreiche Kooperationen eingegangen, um möglichst rasch Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffe für die BürgerInnen und PatientInnen verfügbar zu machen. Doch medizinisch-pharmazeutische Forschung ist leider keine „Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke“ oder „Autobahn“, sondern ein steiniger Weg mit zahllosen Abzweigungen, die sich als Sackgassen entpuppen. Dementsprechend ist die Entwicklung von Arzneimitteln mit einem enorm hohen Risiko und ebenso hohen Kosten verbunden.

  • Bis zur Markteinführung eines neuen Arzneimittels vergehen im Schnitt 12 bis 13 Jahre. Etwa 3 bis 4 Jahre davon machen klinische Studien aus.
  • Nur ein bis zwei Substanzen von 10.000 schaffen es von der Entdeckung bis zur Marktreife.
  • Die Gesamtkosten für die Entwicklung betragen bis zu 2.360 Mio. € (2.558 Mio. $)[i]. Das ist das 14fache vom Wert aus den 70er- bzw. früher 80er-Jahren.
  • Dementsprechend sind die Ausgaben für Forschung & Entwicklung außerordentlich hoch: Die europäische Pharmaindustrie investiert gesamt über 35 Mrd. €. Die österreichische Pharmaindustrie 294 Mio. €.
  • Dazu passend hat die Pharmaindustrie mit 15% des Umsatzes die höchste F&E-Quote aller Hochtechnologiesektoren.

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[i] Quelle: Joseph A. DiMasi, Henry G. Grabowski, Ronald W. Hansen, Innovation in the pharmaceutical industry: New estimates of R&D costs, Journal of Health Economics 47, 2016