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FOPI.flash Mai 2022

In dieser Ausgabe

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Editorial

Nehmen Sie uns beim Wort.

Fast 400 innovative Arzneimittel mit neuem Wirkstoff wurden in den letzten 10 Jahren – trotz Pandemie – in Österreich zugelassen. Eine wahrhaft beeindruckende Bilanz, wenn man bedenkt, für wie viele Patient:innen dies das Leben verändert, verbessert, vielleicht sogar gerettet hat. Trotzdem sind diese Errungenschaften der forschenden Pharmaindustrie nicht genug, wenn wir allen Menschen ein Leben in Gesundheit ermöglichen wollen.

Eine immer älter werdende Gesellschaft stellt uns vor allem im Pflegebereich vor enorme Herausforderungen. Länger leben bedeutet außerdem, oft mehrere Krankheiten gleichzeitig zu behandeln und die Lebensqualität zu erhalten. Und über allem schwebt das Damoklesschwert steigender Kosten.

Dafür braucht es kluge Lösungen, die – fernab politischer Schnellschüsse – gründlich durchdacht und gemeinsam entwickelt werden müssen.

Doch wie sieht ein „Ökosystem“ aus, in dem patient:innenzentrierte Veränderungen gelingen? Wer muss am Tisch sitzen? Wer muss mitreden? Wer muss sich die Hände reichen? Und welche Mauern müssen fallen? Das wollen wir von Seiten forschenden Pharmaunternehmen herausfinden und vorantreiben. Wenn Sie dazu beitragen wollen, lassen Sie uns ins Gespräch kommen. Wir meinen die Veränderungsbereitschaft ernst. Nehmen Sie uns beim Wort!

Bernhard Ecker, Anthea Cherednichenko und Michael Kreppel-Friedbichler
Präsidium des Forums der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI)


2022-05-03 Steinhart - (c) Ärztekammer für Wien Stefan Seelig klein

© Ärztekammer für Wien/Stefan Seelig

Im Interview

Johannes Steinhart: Solidarisch finanziertes Gesundheitssystem nicht in Frage stellen

Österreich lebt trotz der Pandemieerfahrung noch immer in der Scheinwelt, alles sei in Ordnung, sagt der neue Wiener Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart, im Interview mit FOPI.flash. Dabei wäre es dringend nötig, die medizinische Versorgung der Patient:innen zu verbessern und die Versorgung auszubauen – auch im Bereich der Arzneimittel. Gleichzeitig dürfe man das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem nicht in Frage stellen.

Sie sind der nächste Präsident der Wiener Ärztekammer und werden auch als Kandidat für die bundesweite Funktion gehandelt. Was sind die Punkte auf Ihrer Agenda? Was wollen Sie verwirklichen?

Ich kann natürlich jetzt nur als Wiener Präsident sprechen. Als solcher sehe ich mich als Interessenvertreter aller Kolleginnen und Kollegen. Ein geschlossenes und einheitliches Auftreten der Ärzteschaft nach außen ist notwendig, um die dringend anstehenden Verbesserungen und Reformen im heimischen Gesundheitssystem endlich anzugehen. Das Desaströse ist ja, dass trotz der Pandemieerfahrungen die Politik österreichweit noch immer in der Scheinwelt lebt, alles sei in Ordnung. Aber wir müssen die Bedingungen für die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten dringend verbessern. Und dazu gehört zwingend die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Spitalsärztinnen und -ärzten, aber auch die Attraktivierung des niedergelassenen Kassenbereichs und die Sicherstellung einer wohnortnahen niederschwelligen Gesundheitsversorgung. Wir werden immer älter, die Bevölkerung wächst, aber die Zahl der Ärztinnen und Ärzte hat man radikal heruntergestrichen.

In Interviews haben Sie sich zuletzt gegen Einsparungen und für Investitionen ins Gesundheitssystem stark gemacht. Wo müsste man Ihrer Meinung nach besonders ansetzen?

Österreich hat kürzlich die 9-Millionen-Marke übersprungen, in Wien sind es bald zwei Millionen Menschen. Und die ärztliche Versorgung bleibt nicht einmal gleich, sondern wird sogar heruntergefahren. In der Gesundheitspolitik herrscht seit Jahren das Diktum von „Dämpfungspfaden“. Überall sonst spricht man von nötigen „Investitionen in die Zukunft“. Hier muss man massiv ansetzen. Wir brauchen ein politisches Umdenken in die Richtung, dass ins Gesundheitssystem investiert werden muss. Gerade jetzt braucht die Bevölkerung Sicherheit und Stabilität. Und was geht mehr an die Substanz als die Sorge um die eigene Gesundheit? Wir müssen also die Versorgung ausbauen sowie die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, die die moderne Medizin bietet, auch wirklich allen anbieten. Das gilt natürlich insbesondere für den Arzneimittelbereich. Wir dürfen das solidarisch finanzierte Gesundheitssystem nicht in Frage stellen – dagegen werde ich mich als Ärztekammerpräsident mit aller Macht wehren.

Die Kosten des Gesundheitssystems steigen ohne Zweifel. Wie kann man sie im Rahmen halten und gleichzeitig investieren?

Die fatale Fixierung auf die „Kostendämpfung“ habe ich schon erwähnt. Wir müssen – und ich argumentiere jetzt bewusst ökonomisch, weil es die Kritiker:innen auch immer tun – Wachstumsbereiche definieren, wo Österreich in Zukunft stark sein will. Wenn alle die Energiewende als Hoffnungsbereich definieren, soll mir das sehr recht sein. Das wird viele Milliarden Euro an Investitionen brauchen. Aber Gesundheit ist ebenfalls ein Wachstumsbereich, in den es sich zu investieren lohnt. Das ist ebenfalls nachhaltig und zahlt ein auf das Konto des elementaren Grundvertrauens in die Gesellschaft. COVID – denken Sie beispielsweise an die Tests – hat gezeigt, dass die Politik unter Druck auch relativ rasch Mittel zur Verfügung stellen kann. Der Druck im Gesundheitssystem ist ebenso hoch wie bei COVID. Nur merkt das die Politik (noch) nicht. Vielleicht schaffen wir es, dass gehandelt wird, noch bevor eine Krise unübersehbar wird. Die Einsparungen der vergangenen Jahre haben einfach zu Versorgungsengpässen geführt. Und den Ärztemangel will man jetzt von mancher Seite mit Zwangsmaßnahmen und weiteren Kürzungen, wenn sie etwa die Wahlarztdebatte der vergangenen Wochen anschauen, bekämpfen. Das ist absurd. Wenn man das System wirklich kippen will, muss es die Politik den Menschen aber auch genauso sagen und dann dafür geradestehen. 

Sie gelten als verbindlich und wurden in einem Medienbericht damit zitiert, dass „wir aufpassen sollten, unsere Diskussionskultur nicht zu zerstören“. Außerdem fordern sie „mehr Bereitschaft zum Dialog, zum Meinungsaustausch und zu einem lösungsorientierten gemeinsamen Konsens“. Das ist ganz auf Linie des FOPI, das vor kurzem einen „Think & Do-Tank“ als Plattform für genau so einen Austausch geschaffen hat. Wo sollten wir einander als erstes die Hand reichen?

Selbstverständlich brauchen wir dieses Bauen von Brücken, Polarisierendes haben wir jetzt wirklich genug am politischen Speisezettel gehabt. Ich bin schon jemand, der einmal ordentlich diskutiert, aber immer von einer gemeinsamen Basis weg. Und am Ende müssen wir als Gesellschaft einen gemeinsamen Weg definieren. Gerade mit den forschungsorientierten Unternehmen gibt es zahlreiche Überschneidungen: mehr Mittel fürs Gesundheitssystem, ein gemeinsames Auftreten gegen jede Art der Wirkstoffverschreibung sowie eine patientenfreundlichere Form der Medikamentenabgabe. Neben den Ärztinnen und Ärzten hat auch die pharmazeutische Industrie in der Pandemie Großartiges geleistet und in Rekordzeit gute Impfstoffe und Medikamente auf den Markt gebracht. Ich würde mir beispielsweise wünschen, dass wir wieder vermehrt in Österreich produzieren, um Abhängigkeiten in Krisenzeiten zu reduzieren. Das ist aus meiner Sicht ganz wichtig. Und dafür braucht es, wie auch im ärztlichen Bereich, wieder die Anerkennung und Wertschätzung aus Politik und Gesellschaft.

Als wichtigste Themen hat das FOPI Prävention und Arzneimittelbewertung identifiziert. Was müsste man aus Ihrer Sicht im Bereich der Prävention verbessern?

Hier sind kreative Ansätze gefordert, und zwar sowohl bei der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Dies betrifft vor allem Klimaschutzmaßnahmen, die aus gesundheitspolitischer Sicht viel ernster genommen werden müssten. Grünflachen beispielsweise sollten als Bewegungsraum, aber auch als Anbau- und Klimaregulationsfläche erhalten bleiben. Auch sollten hinsichtlich der Etablierung erneuerbarer Energieformen verstärkt Hausdächer und bebaute Flächen für die Montage von Photovoltaikanlagen genutzt werden. Neue kreative Ansätze sind auch gefordert, um das Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zu fördern und die Bevölkerung zu einer gesunden und selbstbestimmten Lebensweise zu motivieren. Dabei spielen neben einer medizinischen Versorgung auch Lebensstil­faktoren wie ausreichende körperliche Aktivität und bewusste und gesunde Ernährung eine große Rolle. Letztendlich ist aus meiner Sicht ein gesundes und biodiverses Lebensumfeld das Maß aller Dinge. Und klarerweise muss sich das auch schon in der Elementarbildung und entsprechend in den Lehrplänen an allen Schulen spiegeln.

Und was fällt Ihnen, spontan gefragt, zu Arzneimittelbewertung ein?

Für mich geht es dabei nicht nur um die evidenzbasierte Bewertung der tatsächlichen Wirkung von Arzneimitteln, sondern um eine breitere Sicht auf das Thema. Wie bei der ärztlichen Versorgung auch, etwa beim Thema Prävention oder dem so zentralen, weil bewusstseinsbildenden ärztlichen Gespräch, werden von Gesundheitsbürokraten immer nur die direkten Kosten gesehen. Der Nutzen, also der persönliche, der gesellschaftliche, aber auch der volkswirtschaftliche ist nie im Fokus. Ein früherer Verantwortlicher im Gesundheitswesen hat einmal gemeint, dass jeder ausgegebene Euro im Gesundheitswesen umsonst sei, weil die Letalität am Ende immer bei 100 Prozent liege. So zynisch kann man das natürlich auch sehen. Aber wenn es um innovative Medikamente geht, die Leben retten oder Leben lebenswerter machen, müssen wir natürlich zuerst die persönliche Dimension der Patientinnen und Patienten betrachten. Aber auch die wirtschaftliche „Bewertung“ solcher „Ausgaben“ ist eben aus meiner Sicht positiv – denn die Folgekosten im Falle einer Nichtbehandlung übersteigen eben die aktuell anfallenden für die ärztliche Behandlung, die Prävention oder eben die Arzneimittel um ein Vielfaches.

MR Dr. Johannes Steinhart ist niedergelassener Urologe, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und seit 3. Mai 2022 neuer Präsident der Wiener Ärztekammer.


Presse-Round-Table „Arzneimittel-Innovationen 2021“

© APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

Bilanz von AGES und forschenden Pharmaunternehmen

Innovationsschub bei Arzneimitteln

Die Arzneimittel-Innovationsbilanz für Österreich zeigt das Potenzial der Medikamenten-Entwicklung – als Hoffnung für Betroffene, als Beitrag zur Volksgesundheit, aber auch als Wirtschaftsfaktor. Fast 400 innovative Arzneimittel wurden in den letzten zehn Jahren auf den Markt gebracht. Ein Report von der Medizinmarktaufsicht der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich (FOPI).

„Die forschende Pharmaindustrie steckt europaweit 38 Mrd. Euro pro Jahr in Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Therapien. Selbst in Österreich werden 311 Mio. Euro aufgewendet. Und das ist ein Investment in die Zukunft“, sagte Bernhard Ecker, Präsident des FOPI, anlässlich der Präsentation der Arzneimittel-Innovationsbilanz 2021. „Denn diese – mit mehr als 15 % höchste – F&E-Quote aller Technologiesektoren erzeugt für die Gesellschaft einen hohen Nutzen.“

„Den Wert der Gesundheit hat uns zuletzt aber auch die Pandemie gelehrt“, meinte Ecker. „Bedenkt man, dass die Corona-Lockdowns nach Berechnungen von Agenda Austria rund 17,03 Mrd. Euro gekostet haben, kann man die Investitionen in die Gesundheit der Österreicher:innen gar nicht hoch genug einschätzen. Gesundheit ist somit also auch ein Wirtschaftsfaktor.“

Klinische Forschung in Österreich wieder im Steigen

Um fortschrittliche Therapien entwickeln und auf den Markt bringen zu können, ist klinische Forschung unverzichtbar. „Diese klinischen Studien haben einen außerordentlich hohen Wert für das österreichische Gesundheitssystem“, betonte FOPI-Präsident Bernhard Ecker. Außerdem bringen sie dem System Einsparungen, da die Medikamente von den forschenden Unternehmen getragen werden, und sie erzielen nachweislich hohe Wertschöpfung. „Eine Untersuchung des IPF ergab etwa, dass im Zuge klinischer Forschung medizinische Behandlung im Wert von 100 Mio. Euro dem Gesundheitssystem erspart wurde“, so Ecker. „Dementsprechend sollten wir alles dazu tun, klinische Studien nach Österreich zu holen“, ergänzte Ecker. „Doch da steht Österreich im Wettbewerb mit anderen europäischen Ländern, und dabei zählt auch der rechtzeitige und gerechte Zugang zu Innovationen. Leider verschafft sich unser Land durch die gelebte Praxis des EKO jedoch durch teilweise drastische Verzögerungen immer wieder Nachteile.“

Fast 400 innovative Arzneimittel in den letzten zehn Jahren

Ergebnis der intensiven Forschungsarbeit sind innovative Medikamente mit neuen Wirkstoffen. Exakt 41 Innovationen konnten 2021 in der Europäischen Union und damit auch in Österreich zugelassen werden – darunter 10 neue Onkologika, 4 Medikamente gegen seltene Erkrankungen bei Kindern, 4 COVID-19-Impfstoffe und 3 COVID-19-Therapeutika. „In den letzten zehn Jahren wurden in Summe 378 innovative Arzneimittel in Österreich zugelassen“, erläutert Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin des Geschäftsfelds Medizinmarktaufsicht der AGES. „Damit konnte das hohe Niveau der letzten Jahre – trotz Pandemie – unverändert aufrechterhalten werden.“

Aus ärztlicher Sicht unterstrich Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO), die Bedeutung von innovativen Therapien. Stellvertretend für die Patient:innen forderte Helga Thurnher, Obfrau der Allianz der onkologischen PatientInnenorganisationen, dass die Bedürfnisse und Erfahrungen der Patient:innen mehr berücksichtigt werden und in die Forschung einfließen sollten.

Ein ausführlicher Bericht zur Arzneimittel-Innovationsbilanz ist hier nachzulesen.

Die Präsentation steht hier zum Download zur Verfügung.

Mitschnitt der Pressekonferenz mit Slides (Redner:innen klein im Bild)

Mitschnitt der Pressekonferenz ohne Slides (Redner:innen groß im Bild; HD)




Zahl des Monats

Zahl des Monats

Fast 400

innovative Arzneimittel mit neuem Wirkstoff wurden in den letzten 10 Jahren – trotz Pandemie – in Österreich zugelassen, 41 im Jahr 2021. Darunter waren 10 neue Onkologika, 4 Medikamente gegen seltene Erkrankungen bei Kindern, 4 COVID-19-Impfstoffe und 3 COVID-19-Therapeutika.

Quelle: AGES


Matt Hancock

© Matt Hancock

Insights vom früheren britischen Gesundheitsminister

Matthew Hancock zur Bedeutung von Daten, Innovation und Kulturwandel

Im Rahmen des Kick-offs des FOPI Think & Do Tank hob der frühere britische Gesundheitsminister und jetzige Parlamentsabgeordnete Matthew Hancock drei Punkte als elementar für die Zukunft der europäischen Gesundheitssysteme hervor. (Deutsche Übersetzung; Englisches Original weiter unten)

Erstens: Daten und Digitalisierung

  • Die Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten ermöglicht Innovationen im Gesundheitssektor (z. B. die Entwicklung von Impfstoffen).
  • Das Sicherstellen des Datenflusses zwischen Behörden und Industrie trägt zur Verbesserung des Lernprozesses bei.

Zweitens: Akzeptanz neuer pharmazeutischer Produkte

  • Neue pharmazeutische Produkte, die alternative Finanzierungsverfahren erfordern, werden stark nachgefragt.
  • Die Nutzung der vierten Phase der klinischen Studien als Einführung und das Sicherstellen des Datenflusses danach sorgen für eine rasche Markteinführung.

Drittens: Kulturwandel

  • Am schwierigsten ist es, die öffentliche Meinung über Innovation und die Pharmaindustrie zu ändern.
  • Es ist wichtig, Vertrauen in der Bevölkerung aufzubauen, wenn man ihre Daten nutzt.

Matthew Hancock shed light on the importance of data, the uptake of innovative drugs and a need for cultural change.

First: Data and Digitalization

  • The availability and accessibility of data unlocks innovation in the healthcare sector (e.g. development of vaccines).
  • Ensuring data flows between officials and industry helps to improve learning.

Second: Uptake of New Pharmaceutical Products

  • There is a strong uptake of new pharmaceutical products which need alternative financing processes.
  • Using the fourth phase of clinical trials as introduction and ensuring data flows afterwards ensures speedy introductions.

Third: Cultural Change

  • Changing the public opinion on innovation and the pharmaceutical industry is the hardest thing.
  • It is important to build trust in the public when using their data.


20220422_FOPI Podcast-2k

© accelent communications

Podcast

Am Mikro|skop – Müssen wir den Patentschutz schützen?

Die Diskussion über die Aufhebung des Patentschutzes auf COVID-19-Impfstoffe erhitzt seit Monaten die Gemüter. Was für die einen ein Akt der Solidarität mit ärmeren Ländern ist, bedeutet für andere den Anfang vom Ende geistigen Eigentums. Doch worüber genau wird gestritten? Wie ist der Patentschutz geregelt? Wie würde eine teilweise Aufhebung rechtlich aussehen? Und welche Konsequenzen hätte sie für die Branche und die Versorgung der Patient:innen in Österreich bzw. Europa? Diese Fragen diskutiert Moderatorin Martina Rupp in der elften Episode von Am Mikro|skop mit Dr. Maria Krenn, Stellvertreterin des Vorstandes des Österreichischen Patentamts und Leiterin der Geschäftsstelle Biopatent-Monitoring-Komitee, und Dr. Angela Siegling, austria wirtschaftsservice, Innovationsschutz/IP Management. Diese und alle anderen Episoden des – gemeinsam mit dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) und Chemiereport/Austrian Life Sciences produzierten – Podcasts finden Sie hier: www.chemiereport.at/am-mikroskop


Wolfgang Kaps (Sanofi) mit Copyright KatharinaSchiffl_zugeschnitten

© Katharina Schiffl

Blog

Wie stellen wir innovative Medikamente in Zukunft sicher?

Die Wandlung bei Krebs von einer tödlichen zur chronischen Krankheit, Impfstoffe gegen COVID-19 oder Präzisionsmedizin wären ohne die hohe Innovationskraft der Pharmaindustrie nicht bzw. nicht in diesem Tempo möglich gewesen. Um das Innovationspotenzial auch weiterhin auszuschöpfen, braucht es aber gezielte Maßnahmen. Wolfgang Kaps, Country Lead für Österreich und die Schweiz bei Sanofi, nennt vorderhand fünf Punkte in seinem Blog-Beitrag. Lesen Sie mehr im neuen FOPI.Blog!



Dr. Sylvia Nanz_Medical Director Pfizer Corporation Austria (c) Pfizer Corporation Austria _Saupper

© Pfizer Corporation Austria / Saupper

Wordrap

Sylvia Nanz: Klinische Forschung muss Teil des medizinischen Angebots sein

Österreich hat eine anerkannte Expertise in der klinischen Forschung, steht im internationalen Kontext jedoch in einem harten Wettbewerb, meint Sylvia Nanz, Medical Director der Pfizer Corporation Austria im FOPI Wordrap. Deshalb beklagt sie, dass die Bedeutung der klinischen Forschung insgesamt zu wenig gesehen wird.

Was fasziniert Sie an klinischer Forschung?

Mich fasziniert die Wissenschaft dahinter, es gibt immer etwas Neues zu lernen, zum Krankheitsverständnis oder zu neuen Wirkmechanismen. Das Wichtigste ist jedoch, dass diese Forschung neue Behandlungsoptionen für die Betroffenen generiert.

Was heißt klinische Forschung in Österreich für Sie?

Für die Patient:innen in Österreich bietet klinische Forschung einen früheren Zugang zu neuen bzw. zusätzlichen Therapieoptionen. Ihre Ärzte und Ärztinnen können erste Erfahrungen sammeln und sind in die internationale Forschungslandschaft eingebunden.

Spielt Österreich in der internationalen klinischen Forschung mit oder verlieren wir den Anschluss?

Österreich hat eine anerkannte Expertise in der klinischen Forschung, steht im internationalen Kontext jedoch in einem harten Wettbewerb. Das zeigen seit Jahren sinkende Zahlen bezüglich Studienteilnahme. Eine proaktive Positionierung ist dringend nötig.

Wo sind die Pain-Points der klinischen Forschung in Österreich?

Die Bedeutung der klinischen Forschung wird insgesamt zu wenig gesehen. Oft fehlen die notwendigen Basis-Ressourcen (z.B. Study Nurse). Nur wenn solche Strukturen nachhaltig gesichert sind, lässt sich klinische Forschung langfristig erfolgreich umsetzen.

Was würden Sie benennen, wenn Sie drei Wünsche zur Verbesserung der Lage freihätten?

Klinische Forschung als Teil des medizinischen Angebots verankern, mit den erforderlichen Ressourcen. Aufklärung über den Nutzen dieser Forschung für jeden Einzelnen. Noch bessere Vernetzung aller Partner (Academia, Pharma) unter konsequenter Einbindung der Patient:innen.

Dr. Sylvia Nanz ist seit 2009 Medical Director der Pfizer Corporation Austria sowie stellvertretende Leiterin des Standing Committee für Rare Diseases in der PHARMIG und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Pharmazeutische Medizin. Außerdem ist die studierte Humanmedizinerin Lektorin am FH Technikum Wien und Mentorin an der Technischen Universität Wien im Rahmen des Programms TUW i²ncubator.